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Deere unter Druck: Agrarkrise belastet Landmaschinenabsatz deutlich

Niedrige Erntepreise und steigende Produktionskosten drücken auf die Einkommen der Landwirte – und auf Deeres Umsätze.

Deere unter Druck: Agrarkrise belastet Landmaschinenabsatz deutlich

Der US-Landmaschinenhersteller Deere & Company spürt die anhaltende Schwäche im Agrarsektor deutlich. Im Quartal, das am 3. Mai endete, sank der Absatz von großen Landmaschinen um 14 Prozent. Damit setzt sich ein Trend fort, der den weltgrößten Hersteller von Traktoren und Mähdreschern zunehmend unter Druck setzt.

Hauptursache für den Rückgang sind die wirtschaftlichen Belastungen der Landwirte. Niedrige Erntepreise auf den globalen Agrarmärkten treffen gleichzeitig auf gestiegene Kosten für Düngemittel, Treibstoff und andere Produktionsausgaben. Das Ergebnis: Die Einkommen der Farmer sinken, und Investitionen in neue Maschinen werden aufgeschoben oder ganz gestrichen.

Für deutsche Anleger ist Deere ein wichtiger Gradmesser für die globale Agrarstimmung. Der Konzern mit dem bekannten grün-gelben Logo gilt als Weltmarktführer im Bereich Landtechnik und beliefert Landwirte auf allen Kontinenten – von den Getreidegürteln der USA bis zu den Feldern Europas.

Baumaschinen als starkes Gegengewicht

Während das Landmaschinengeschäft schwächelt, liefert Deeres Sparte für Bau- und Forstmaschinen starke Zahlen. Eine robuste US-Bauindustrie kurbelt die Nachfrage in diesem Segment kräftig an. Der Umsatz in dieser Sparte stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 29 Prozent, der Gewinn legte sogar um 48 Prozent zu.

Dieser Bereich entwickelt sich damit zum wichtigen Puffer gegen die Schwäche im Agrarbereich. Deere profitiert dabei von der anhaltend hohen Bautätigkeit in den Vereinigten Staaten, wo Infrastrukturprojekte und der Wohnungsbau die Nachfrage nach Baumaschinen stützen.

Prognose für Baumaschinen angehoben

Aufgrund der starken Entwicklung im Bausegment hat Deere seine Jahresprognose für diesen Bereich nach oben korrigiert. Das Unternehmen rechnet nun für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus bei Baumaschinen von rund 20 Prozent. Im Februar hatte Deere noch einen Zuwachs von lediglich 15 Prozent in Aussicht gestellt.

Die Anhebung der Prognose signalisiert, dass das Management von einer anhaltend starken Nachfrage im Bausektor ausgeht. Für Investoren ist dies ein positives Signal, das die Schwäche im Kerngeschäft mit Landmaschinen zumindest teilweise kompensiert.

Die Situation bei Deere spiegelt ein breiteres Bild wider: Der globale Agrarsektor befindet sich in einer schwierigen Phase. Landwirte weltweit kämpfen mit dem Doppeldruck aus sinkenden Erlösen und steigenden Betriebskosten. Solange sich die Agrarpreise nicht erholen oder die Inputkosten nicht sinken, dürfte die Nachfrage nach neuen Großmaschinen verhalten bleiben – eine Herausforderung, der sich Deere auch in den kommenden Quartalen stellen muss.

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