DeepSeek pausiert zweite Finanzierungsrunde – Bewertung bei 74 Milliarden Dollar
Das chinesische KI-Startup DeepSeek setzt seine laufende Investorenrunde vorerst aus, wie Bloomberg News berichtet.

Das chinesische KI-Startup DeepSeek hat potenzielle Investoren seiner zweiten Finanzierungsrunde mündlich darüber informiert, dass die Transaktion vorerst ausgesetzt wird. Dies berichtete Bloomberg News am Samstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Reuters konnte den Bericht zunächst nicht unabhängig verifizieren. DeepSeek war außerhalb der regulären Geschäftszeiten für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Laut Bloomberg News wurden einige der potenziellen Geldgeber mündlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass in den kommenden Tagen keine Investitionsvereinbarungen unterzeichnet werden. Das Unternehmen könnte den Prozess jedoch zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen, hieß es weiter.
Geplante Bewertung von rund 74 Milliarden Dollar
Das in Hangzhou ansässige Unternehmen hatte für die neue Finanzierungsrunde eine Bewertung von rund 500 Milliarden Yuan – umgerechnet etwa 74 Milliarden Dollar – angepeilt. In einer bereits erfolgreich abgeschlossenen ersten Finanzierungsrunde hatte DeepSeek rund 7,4 Milliarden Dollar eingesammelt. Die geplante zweite Runde hätte das Unternehmen damit in eine völlig neue Bewertungsdimension katapultiert.
Als ein Grund für die Unterbrechung gilt Berichten zufolge die Frustration von DeepSeek-Gründer Liang Wenfeng. Dieser soll verärgert über Online-Berichte sein, die Äußerungen thematisierten, die er gegenüber Investoren während der ersten Finanzierungsrunde gemacht hatte. Details zu den konkreten Inhalten dieser Berichte wurden nicht genannt.
IPO am Shanghaier STAR Market im Blick
Parallel zur Finanzierungsrunde hatte Reuters bereits in der Vorwoche berichtet, dass DeepSeek erste Überlegungen zu einem möglichen Börsengang anstellt. Als bevorzugter Handelsplatz gilt demnach der Shanghaier STAR Market – Chinas Antwort auf die amerikanische Technologiebörse Nasdaq. Ein solcher IPO würde DeepSeek zu einem der meistbeachteten Börsengänge im chinesischen Technologiesektor machen.
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Zur AktienanalyseDeepSeek hatte Anfang 2025 international für Aufsehen gesorgt, als das Unternehmen leistungsstarke KI-Modelle vorstellte, die nach eigenen Angaben mit deutlich geringerem Ressourceneinsatz entwickelt wurden als vergleichbare westliche Konkurrenzprodukte. Dies löste weltweit eine intensive Debatte über die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer KI-Unternehmen aus und ließ Technologieaktien zeitweise unter Druck geraten.
Für deutsche und europäische Investoren bleibt DeepSeek vorerst nicht direkt investierbar, da das Unternehmen noch nicht börsennotiert ist. Die Entwicklungen rund um eine mögliche Bewertung von 74 Milliarden Dollar und einen potenziellen IPO werden jedoch von Marktbeobachtern weltweit aufmerksam verfolgt. Ob und wann die zweite Finanzierungsrunde wieder aufgenommen wird, ist derzeit offen.

