Debenhams meldet starkes Sommergeschäft und beschleunigt Turnaround
Der britische Online-Händler Debenhams verzeichnet im Juni und Juli weiteres Wachstum – und hebt seine Prognose zum zweiten Mal an.

Investing.com – Die Debenhams Group (LON: DEBS) hat am Dienstag starke Geschäftszahlen für die Monate Juni und Juli gemeldet. Das Unternehmen setzt damit eine Dynamik fort, die den Online-Einzelhändler bereits dazu veranlasst hat, seine Jahresprognose innerhalb von neun Monaten gleich zweimal anzuheben. Der mehrjährige Turnaround des britischen Konzerns nimmt damit spürbar Fahrt auf.
Vorstandschef Dan Finley erklärte im Vorfeld der Jahreshauptversammlung, dass das Bruttowarenvolumen (GMV) im Jahresvergleich weiter gewachsen sei. Gleichzeitig verbesserten sich die Margen, und die Retourenquote sank – beides positive Signale für die operative Effizienz des Unternehmens. Das GMV ist eine im E-Commerce gängige Kennzahl, die den Gesamtwert aller über eine Plattform abgewickelten Transaktionen misst.
Finley betonte, dass das Marktplatzmodell des Konzerns es ermögliche, schnell auf die Verbrauchernachfrage zu reagieren. Die Marke Debenhams habe dabei vom jüngsten heißen Wetter profitiert – ein Hinweis darauf, dass das Sortiment saisonal flexibel ausgerichtet ist.
Junge Mode und Premiummarken als Wachstumstreiber
Besonders erfreulich entwickelt sich laut Finley die Sparte Young Fashion. PrettyLittleThing, eine der bekanntesten Marken in diesem Segment, sei zu Wachstum und Profitabilität zurückgekehrt. Karen Millen positioniert sich derweil weiterhin als hochwertige Marke mit erheblichem globalem Potenzial – ein Bereich, dem das Management offenbar besondere strategische Bedeutung beimisst.
Debenhams ist in Deutschland weniger bekannt als im Vereinigten Königreich, wo die Marke eine lange Einzelhandelsgeschichte hat. Nach der Insolvenz des stationären Geschäfts wurde das Unternehmen als reiner Online-Händler neu aufgestellt und gehört heute zur Boohoo-Gruppe, die mehrere Modemarken unter einem Dach vereint.
Schuldenabbau als zentrales Ziel bis 2027
Ein weiterer Schwerpunkt der Mitteilung war die Entwicklung der Verschuldung. Das Unternehmen erwartet, dass die Nettoverschuldung im laufenden Geschäftsjahr deutlich sinken wird – unterstützt durch den stärkeren Geschäftsverlauf sowie den Verkauf verbleibender, nicht zum Kerngeschäft gehörender Immobilienwerte.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDebenhams bekräftigte zudem sein mittelfristiges Ziel: Bis zum Ende des im Februar 2027 endenden Geschäftsjahres soll die Nettoverschuldung unter das Einfache des bereinigten EBITDA sinken. Das bereinigte EBITDA ist eine Kennzahl für den operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, bereinigt um Sondereffekte. Darüber hinaus könnten Markenlizenzierungen und potenzielle Verkäufe von Geschäftsbereichen die Verschuldung nach Unternehmensangaben sogar vollständig tilgen.
Für das laufende Jahr stellte das Unternehmen außerdem eine deutlich verbesserte Umwandlung des bereinigten EBITDA in das ausgewiesene EBITDA und das Betriebsergebnis in Aussicht. Als Grund nannte Debenhams nachlassende Kosten aus der umfassenden Unternehmenstransformation der vergangenen Jahre.
Ein weiteres Update zur Performance des ersten Halbjahres hat das Unternehmen für September angekündigt. Anleger dürften die Entwicklung der Kennzahlen dann genau verfolgen, um zu beurteilen, ob der Turnaround nachhaltig ist.


