Dax vs. MDax 2024: Chancen und Risiken
Vergleich der deutschen Aktienindizes und Einblicke in Bewertungen, Dividenden und zukünftige Trends

Die deutschen Aktienmärkte, repräsentiert durch den DAX und den MDax, stehen vor einer entscheidenden Frage im Jahr 2024: Welcher Index hat das größere Potenzial für Investoren? Die aktuellen Entwicklungen und Kennzahlen werfen Licht auf diese Frage.
Der DAX, der im Jahr 2023 fast 20 Prozent zulegte und nur knapp zweieinhalb Prozent von seinem Allzeithoch entfernt ist, punktet mit seiner niedrigen Bewertung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12,5 oder 11,5, wenn man die erwarteten Gewinne berücksichtigt, liegt der DAX rund zehn Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Dies könnte bedeuten, dass der DAX Raum für einen weiteren Anstieg hat, um seine durchschnittliche Bewertung zu erreichen.
Auf der anderen Seite des Spektrums steht der MDax, der aufgrund seines starken Anstiegs in der Vergangenheit ein deutlich höheres KGV aufweist, sowohl für die bereits eingefahrenen als auch für die erwarteten Gewinne. Dies könnte auf eine überbewertete Situation hindeuten, da die Aktienkurse den tatsächlichen Unternehmensgewinnen weit vorauslaufen.
Die Entwicklung der beiden Indizes seit ihrem Start im Jahr 1988 zeigt, dass der DAX sich in den letzten Jahren vom MDax deutlich abgesetzt hat. Der DAX erlebte zwar einen starken Einbruch zwischen 2000 und 2003 aufgrund des Platzens der Technologieblase, erholte sich jedoch in der Folgezeit. Der MDax zog zwar zwischenzeitlich am DAX vorbei, erreichte 2021 sein Rekordhoch, blieb jedoch hinter dem DAX zurück.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Entscheidung der Anleger beeinflussen könnte, ist die Zinspolitik. Wenn die Zinsen im Jahr 2024 sinken, könnten Unternehmen mit höherem Finanzierungsbedarf, wie sie im MDax zu finden sind, davon profitieren. Dies könnte den MDax zu einer attraktiveren Option machen, wenn die Zinsen tatsächlich deutlich gesenkt werden.
Ein Blick auf die Dividendenrenditen zeigt, dass der DAX hier die Nase vorn hat, mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3,2 Prozent im Vergleich zu 2,2 Prozent im MDax. Dies könnte für Investoren, die auf regelmäßige Einkünfte setzen, ein wichtiger Faktor sein.
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Zur AktienanalyseEs gibt jedoch Einzeltitel, die aus der Masse herausragen. Im DAX sind Unternehmen wie die Commerzbank, Daimler Truck, Heidelberg Materials und VW besonders attraktiv, da ihre Aktien niedrig bewertet sind und die Konzerngewinne voraussichtlich weiter steigen werden.
Im MDax hingegen gibt es einige Aktien, deren Bewertung in kurzer Zeit deutlich gesunken ist, darunter Aroundtown, Aurubis, Evonik, Freenet, Hellofresh, Hensoldt und Thyssen-Krupp. Allerdings hängt die weitere Entwicklung dieser Aktien von der Realisierung hoher Gewinnerwartungen ab, was den MDax zu einem spekulativeren Index macht.

