DAX vor neuem Allzeithoch: Ölpreisrückgang gibt Rückenwind
Sinkende Ölpreise und Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten treiben den DAX an die Rekordmarke von 25.900 Punkten.

Der deutsche Leitindex DAX startet mit Schwung in die neue Handelswoche. Broker IG taxierte den DAX vor Xetra-Handelsbeginn rund ein Prozent höher auf 25.895 Punkte – nur wenige Zähler unterhalb des bisherigen Allzeithochs von 25.900 Punkten, das Anfang Juli markiert wurde. Treiber dieser Aufwärtsbewegung sind vor allem stark gefallene Ölpreise sowie neue Signale der Entspannung im Nahen Osten.
Am vergangenen Freitag hatte der DAX den Handel mit einem knappen Plus bei 25.629 Punkten beendet. In der Spitze war er zwischenzeitlich um 1,1 Prozent auf 25.892 Punkte geklettert. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Zuwachs von 2,1 Prozent, für den Monat Juli steht ein Plus von 2,5 Prozent zu Buche.
Ölpreise fallen deutlich – Entspannung im Iran-Konflikt
Ein zentraler Kurstreiber ist der markante Rückgang der Rohölpreise. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Montagmorgen etwas über 83 US-Dollar – ein Rückgang von knapp 7 Prozent. Auch das US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich spürbar. Für Anleger gilt der Ölpreis als verlässlicher Stimmungsindikator: Fallende Notierungen signalisieren nachlassende geopolitische Spannungen und entlasten gleichzeitig energieintensive Unternehmen.
Zusätzlichen Druck auf die Ölpreise übte die OPEC+ aus. Die Allianz erdölexportierender Länder beschloss am Sonntag eine Erhöhung der Förderquote um rund 188.000 Barrel pro Tag – gültig ab September. Das größere Angebot drückt die Preise weiter nach unten. Im vergangenen Monat hatten die Ölpreise noch um mehr als 20 Prozent zugelegt, ausgelöst durch wieder aufgeflammte Kämpfe zwischen den USA und dem Iran.
Auf diplomatischer Ebene keimt ebenfalls Hoffnung auf. US-Präsident Donald Trump kündigte eine neue Gesprächsrunde mit Vertretern des Iran an. Eine offizielle Bestätigung aus Teheran stand in der Nacht zunächst noch aus.
Berichtssaison als zweiter Kurstreiber
Neben der Geopolitik rückt die laufende Berichtssaison zunehmend in den Fokus der Investoren. Marktanalyst Timo Emden von Emden Research kommentiert die Lage so: „Eine Flut überwiegend positiver Quartalszahlen sorgt derzeit für Rückenwind und überlagert die geopolitischen Sorgen zumindest vorübergehend. Die Berichtssaison könnte den Märkten eine neue Navigationsroute weisen und den Investoren den zuletzt verloren geglaubten Kompass zurückgeben."
Allein aus dem DAX werden rund die Hälfte der 40 Indexmitglieder in dieser Woche ihre Quartalszahlen vorlegen. Den Auftakt machen am Dienstag Bayer, Continental, FMC und Zalando. Am Mittwoch folgen dann Fresenius, DHL Group, Siemens Energy, Vonovia, Infineon und Beiersdorf. Die Zahlenflut dürfte die Kursentwicklung maßgeblich mitbestimmen.
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Zur AktienanalyseSchwache Vorgaben aus Asien trüben das Bild
Weniger ermutigend fallen die Signale aus Asien aus. Enttäuschende Konjunkturdaten aus China sowie eine seltene gemeinsame Währungsintervention der USA und Japans haben die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenstart belastet. Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama bestätigte, dass beide Länder in Abstimmung Yen gekauft hätten, um „übermäßige Volatilität und ungeordnete Bewegungen" der japanischen Währung einzudämmen. Analysten zufolge unterstreicht dieser Schritt die Entschlossenheit beider Länder, weltweite Auswirkungen eines Ausverkaufs von Yen und japanischen Staatsanleihen zu verhindern.
Der japanische Leitindex Nikkei verlor 2,2 Prozent auf 62.956 Punkte. In Südkorea rutschte der Kospi nach einem ohnehin turbulenten Juli um weitere 3,6 Prozent ab. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte im frühen Handel rund ein Prozent tiefer. Ob diese schwachen Vorgaben die Euphorie am deutschen Aktienmarkt bremsen, bleibt abzuwarten – die Chancen auf ein neues DAX-Allzeithoch stehen jedoch gut.


