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DAX unter Druck: Zollsorgen drücken die Stimmung, Gold auf Rekord

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DAX unter Druck: Zollsorgen drücken die Stimmung, Gold auf Rekord

Zolldrohungen aus Washington haben den DAX zum Wochenstart deutlich nach unten gezogen und die Risikobereitschaft spürbar gedämpft. Der Leitindex schloss am Montag im Xetra-Handel bei 24.959,06 Punkten, ein Minus von 1,34 Prozent, und wurde anschließend auch in der Indikation niedriger gesehen. Im Hintergrund steht die Sorge vor neuen handelspolitischen Belastungen, die vor allem zyklische Werte treffen könnten. Stand: Dienstag, 20. Januar 2026, 08:01 Uhr (MEZ).

Auch die anderen deutschen Indizes konnten sich dem Abwärtsdruck nicht entziehen. Der MDAX gab zum Xetra-Schluss auf 31.385,57 Punkte nach und verlor 1,61 Prozent. Im SDAX ging es auf 18.010,89 Punkte abwärts, ein Minus von 1,74 Prozent, während der TecDAX mit 3.673,90 Punkten und einem Rückgang um 2,06 Prozent besonders schwach ausfiel.

Auf Unternehmensebene stach Bayer als Ausnahme hervor: Der Titel legte deutlich zu, nachdem der US Supreme Court die Überprüfung eines Roundup-Falls zugesagt hat; Bayer erwartet in der laufenden Sitzung bis Juni 2026 einen wichtigen Schritt zur rechtlichen Klärung. Versorger präsentierten sich vergleichsweise stabil, zudem sorgten Nachrichten aus Großbritannien für Aufmerksamkeit: RWE und KKR treiben eine Partnerschaft rund um britische Offshore-Projekte voran, die in Summe ein Investitionsvolumen von über 15 Milliarden US-Dollar haben sollen, KKR beteiligt sich zu 50 Prozent. In Deutschland bleibt außerdem die Debatte um neue Kraftwerkskapazitäten und Ausschreibungen im Jahr 2026 ein Faktor für die Branche.

Siemens Energy lieferte mit Quartalszahlen einen neuen Datenpunkt: Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025 wurden mehr als 10 Milliarden Euro Umsatz und 471 Millionen Euro Gewinn vor Sondereffekten genannt, für 2026 stellt das Unternehmen 11 bis 13 Prozent Umsatzwachstum und 9 bis 11 Prozent Marge vor Sondereffekten in Aussicht. Rheinmetall meldete weitere operative Impulse, darunter einen Großauftrag für Puma-Munition im Umfang von mehreren hundert Millionen Euro sowie die Ankündigung, erste Lynx-Schützenpanzer ab Anfang 2026 an die Ukraine zu liefern; zusätzlich wurde ein Joint Venture mit MBDA zu Laser-Waffensystemen bekannt. Autowerte standen dagegen im Sog der Zoll-Debatte unter Druck, auch BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen gerieten zeitweise deutlich ins Minus.

Die Flucht in Sicherheit zeigte sich am Rohstoffmarkt besonders klar: Gold markierte ein neues Rekordniveau und stieg auf über 4.700 US-Dollar je Unze, mit einem Allzeithoch von 4.701,23 US-Dollar. Brent-Öl legte leicht zu und wurde am Morgen bei 64,09 US-Dollar je Barrel genannt, während der Euro bei 1,1665 US-Dollar notierte. Bei Bundesanleihen lag die Rendite der zehnjährigen Papiere um 2,84 Prozent.

Aus dem Ausland kommt zusätzliches Störfeuer, denn die US-Börsen blieben am Montag wegen des Martin-Luther-King-Day geschlossen, was den Handel zwar ausdünnte, die Richtung aber nicht entschärfte. In Europa gerieten die Märkte dennoch breit unter Druck, auch der Euro Stoxx 50 schloss klar tiefer. Reuters berichtete zudem von einem schwächeren Dollar, während Bitcoin und Ether leicht nachgaben; die volle Marktreaktion auf die politische Gemengelage dürfte mit der Rückkehr der Wall Street in den Handel stärker durchschlagen.

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