DAX unter Druck: Trump-Zölle treffen Autowerte hart
Neue Zolldrohungen aus Washington setzen deutsche Autobauer unter massiven Druck. BMW verliert bis zu 4,3 Prozent, während der DAX um die 25.000-Punkte-Marke kämpft.

Die deutschen Automobilhersteller erleben ein Déjà-vu der unangenehmen Art: US-Präsident Donald Trump droht erneut mit drastischen Zollerhöhungen. Im Konflikt um Grönland plant er ab dem 1. Februar Importzölle von zehn Prozent gegen acht europäische NATO-Staaten. Ab Juni sollen die Abgaben dann auf 25 Prozent steigen – ein Schock für die exportorientierte deutsche Industrie.
Autosektor im freien Fall
Die Börsenreaktion ließ nicht lange auf sich warten. BMW führt die Verliererliste im DAX mit einem Minus von bis zu 4,3 Prozent an. Mercedes-Benz, Volkswagen und Porsche folgen mit deutlichen Kursverlusten. Auch Zulieferer Continental gerät massiv unter Druck. Der europäische Automobilindex sackte zeitweise auf das niedrigste Niveau seit Oktober 2024 ab.
Die Situation verschärft sich, da erst seit August 2024 ein pauschaler Einfuhrzoll von 15 Prozent auf EU-Autos gilt. Vor der Zolleinigung im Juli hatte die Trump-Administration sogar 27,5 Prozent gefordert.
DAX ringt um 25.000-Punkte-Marke
Der deutsche Leitindex zeigt sich am Montagnachmittag mit einem Minus von rund 1,2 Prozent vergleichsweise widerstandsfähig. Die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Schwelle steht jedoch auf dem Prüfstand.
"Noch ist es Rhetorik. Noch bleiben zwei Wochen Zeit für Verhandlungen", kommentiert Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners. Allerdings warnt er vor einer beispiellosen Eskalationsspirale aus Zöllen und Gegenzöllen. Anders als in der Vergangenheit dürfte die EU diesmal nicht nachgeben.
Historische Parallelen geben Hoffnung
Investoren erinnern sich an April 2024: Damals brach der DAX nach Trumps Zolldrohungen zunächst um 18 Prozent ein, erholte sich jedoch schnell wieder. Diese Erfahrung nährt die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung.
Die EU-Staaten treffen sich am Donnerstag zu einem Sondergipfel, um koordinierte Gegenmaßnahmen zu besprechen. Zudem formiert sich in den USA selbst Widerstand gegen Trumps Grönland-Politik und die neuen Zollpläne.
Juristische Hürde für Trump
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Zur AktienanalyseEine zusätzliche Unsicherheit birgt die laufende Untersuchung des Supreme Court: Das oberste US-Gericht prüft, ob der Präsident überhaupt im Alleingang Zölle verhängen darf. Eine Entscheidung könnte noch diese Woche fallen und Trumps Verhandlungsposition schwächen.
Ausblick: Volatilität vorprogrammiert
Anleger müssen sich in den kommenden Tagen auf erhebliche Kursschwankungen einstellen. Die Lage bleibt hochgradig unübersichtlich. Eine erste Reaktion der US-Börsen bleibt heute aus – wegen des Martin Luther King Day ist die Wall Street geschlossen.
Die nächsten zwei Wochen bis zum 1. Februar werden entscheidend sein. Ob es zu einer Einigung kommt oder tatsächlich zu einer neuen Eskalation im transatlantischen Handelsstreit, dürfte die Richtung der Märkte im ersten Quartal maßgeblich bestimmen.


