Dax unter Druck: Tech-Abverkauf und Nahost-Pattsituation belasten
Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten und anhaltende geopolitische Unsicherheiten trüben die Stimmung am deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss.

Der DAX ist schwach in den Freitag gestartet. Zur Eröffnung verlor der deutsche Leitindex 0,2 Prozent und notierte bei 24.881,87 Punkten. Auslöser sind Gewinnmitnahmen im Technologiesektor sowie die festgefahrene Lage im Nahen Osten.
Der Abverkauf bei Tech-Werten geht in die zweite Runde. Ausgelöst wurde er durch den enttäuschend aufgenommenen Quartalsbericht des US-Chipriesen Broadcom. Die Folgen treffen auch deutsche Technologieunternehmen hart: Infineon, Aixtron und Suss Microtec verloren zwischen fünf und 5,5 Prozent.
KI-Berichtssaison vorerst abgeschlossen
Die Experten der französischen Großbank BNP Paribas ordnen die Lage nüchtern ein: „Da die Berichtssaison der KI-Infrastrukturunternehmen vorerst abgeschlossen ist, pausiert der entscheidende Kurstreiber stetig steigender Gewinnprognosen bis Mitte Juli." Damit fehlt dem Markt vorerst ein wichtiger Impulsgeber, der zuletzt für Rückenwind gesorgt hatte.
Hinzu kommt die angespannte geopolitische Lage. Eine erhoffte Einigung im Iran-Konflikt blieb aus: Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz lehnte eine Waffenruhe im Libanon ab, Israel schloss einen Truppenabzug aus. Der Iran knüpft ein Friedensabkommen mit den USA an ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon – ein Kompromiss ist derzeit nicht in Sicht.
Timo Emden vom Analysehaus Emden Research bringt die Stimmungslage auf den Punkt: „Zwischen geopolitischen Spannungen und Unsicherheiten über den weiteren Kurs der Notenbanken fehlt vielen Investoren ein verlässlicher Kompass."
Alle Augen auf den US-Arbeitsmarktbericht
Der entscheidende Impuls des Tages könnte am Nachmittag kommen. Um 14.30 Uhr (MESZ) werden die US-Arbeitsmarktdaten für Mai veröffentlicht. Anleger warten gespannt auf die Zahlen, die Hinweise auf den weiteren Kurs der US-Notenbank Fed liefern könnten.
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Zur AktienanalyseJochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank, dämpft allerdings die Erwartungen: Ein starker Arbeitsmarktbericht allein dürfte keine Zinsanhebung der Fed auslösen. „Allerdings könnte er der sprichwörtliche Tropfen sein, der das Fass in Sachen Zinsangst zum Überlaufen bringt", warnt Stanzl.
Für Privatanleger bleibt die Lage damit unübersichtlich. Geopolitik, Notenbankpolitik und das Ende einer starken Berichtssaison drücken gleichzeitig auf die Stimmung. Die US-Jobdaten am Nachmittag dürften die Richtung für den weiteren Wochenverlauf vorgeben.


