DAX unter Druck: Iran-Krieg und Ölpreisschock belasten Märkte

Sieben Prozent in knapp zwei Wochen – so hoch sind die DAX-Verluste seit Ausbruch des Iran-Krieges bereits aufgelaufen. Am heutigen Freitag setzt sich die Talfahrt fort: Der deutsche Leitindex startet mit einem Minus von gut einem Prozent bei 23.350 Punkten in den Handelstag, auch auf Wochensicht steht ein ähnlich hohes Minus zu Buche.
Der Haupttreiber der Marktturbulenzen ist der anhaltend hohe Ölpreis. Das Barrel Brent-Rohöl kostet am Terminmarkt weiterhin rund 100 US-Dollar – ein Niveau, das Inflationssorgen schürt. Denn teure Energie schlägt erfahrungsgemäß schnell auf viele andere Preisbereiche durch. Besonders spürbar ist dies bereits an den Tankstellen: Benzin und Diesel kosten derzeit rund zwei Euro pro Liter, und laut dem RWI-Leibniz-Institut ist eine Entspannung vorerst nicht in Sicht.
Torsten Schmidt, Konjunkturchef des RWI, warnt eindringlich: Sollte der Krieg länger als einen Monat andauern, könnte die Inflation in Deutschland deutlich anziehen – vorübergehend sogar in Richtung sechs Prozent. Das wäre eine drastische Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage für Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen.
Besonders besorgniserregend sind inzwischen erste Anzeichen von Lieferkettenproblemen. Der Chemieverband VCI berichtet von extremen Engpässen – nicht nur bei Öl und Gas, sondern auch bei anderen wichtigen Rohstoffen wie Düngemitteln (Ammoniak), Phosphat, Schwefel und Helium. Die Chemieindustrie, die bereits vor dem Konflikt schwächelte, hat daraufhin ihre komplette Jahresprognose zurückgezogen. Solche Engpässe könnten als Dominoeffekt viele weitere Branchen erfassen.
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Zur AktienanalyseAktienstratege Emmanuel Cau von der Barclays Bank weist darauf hin, dass die Aktienmärkte bislang noch glimpflicher davongekommen sind als bei früheren Ölpreisschocks. Viele Anleger setzen noch auf den sogenannten „Trump-Put


