DAX unter Druck: Fed-Pause und gemischte Tech-Bilanzen belasten
Deutscher Leitindex startet schwächer. US-Notenbank hält Leitzins stabil, während Tech-Giganten unterschiedliche Signale senden.

Der DAX dürfte heute mit leichten Verlusten in den Handel starten. Bereits am Vortag hatte der deutsche Leitindex 0,3 Prozent auf 24.822 Punkte nachgegeben. Die Zurückhaltung der Anleger war spürbar – zu groß die Unsicherheit vor dem Fed-Zinsentscheid und den Quartalszahlen der US-Tech-Schwergewichte.
Die US-Notenbank Federal Reserve beließ den Leitzins erwartungsgemäß in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Nach drei Zinssenkungen in Folge war diese Pause an den Märkten eingepreist. Die Terminmärkte rechnen nicht vor Juni mit dem nächsten Zinsschritt – nach Ende der Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell. Ein zweiter Schritt könnte noch im laufenden Jahr folgen.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sieht die reine Zinspolitik derzeit im Hintergrund: "Es geht um deutlich mehr als nur um die Frage künftiger Zinssenkungen. Es geht um die Unabhängigkeit einer der angesehensten Institutionen der Welt." Der Druck von US-Präsident Donald Trump auf die Fed bleibt ein Belastungsfaktor für die Märkte.
Verhaltene Reaktion an Wall Street
Die US-Börsen zeigten sich nach der Zinsentscheidung wenig bewegt. Der Dow Jones schloss nahezu unverändert bei 49.016 Punkten. Der Nasdaq legte 0,2 Prozent auf 23.857 Zähler zu, während der S&P 500 bei 6.978 Stellen kaum verändert aus dem Handel ging. Im Tagesverlauf hatte der S&P erstmals die psychologisch wichtige Marke von 7.000 Punkten übersprungen.
Die Aufmerksamkeit der Investoren richtete sich zunehmend auf die Quartalszahlen der Tech-Giganten. Die Angst vor dem Platzen einer KI-Blase bleibt präsent – entsprechend genau nehmen Anleger die Bilanzen unter die Lupe. Die Ergebnisse fielen gemischt aus und lieferten keine klare Richtung.
Microsoft glänzt bei Cloud-Umsatz
Microsoft kann seine milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren in bare Münze umwandeln. Die Cloud-Sparte knackte im abgelaufenen Quartal erstmals die 50-Milliarden-Dollar-Marke beim Umsatz, wie Finanzchefin Amy Hood bekanntgab. Der Konzernumsatz stieg um 15 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar, der operative Gewinn zog um rund ein Fünftel auf 38,3 Milliarden Dollar an.
Allerdings sorgte der überraschend deutliche Anstieg der Investitionen für Stirnrunzeln. Im vierten Quartal kletterten die Ausgaben um 66 Prozent auf ein Rekordhoch von 37,5 Milliarden Dollar. Anleger fragen sich, wie lange die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur noch anhalten werden.
Tesla enttäuscht auf ganzer Linie
Der Elektroautobauer Tesla erlebte ein schwaches Schlussquartal. Der Gewinn brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 61 Prozent auf nur noch 840 Millionen Dollar ein – deutlich unter den Analystenschätzungen. Der Umsatz sank um 3,1 Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar.
Besonders brisant: Im Gesamtjahr 2025 schrumpfte der Umsatz erstmals in der Unternehmensgeschichte. Mit 94,83 Milliarden Dollar lagen die Erlöse um drei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die sinkenden Verkaufszahlen bei gleichzeitig steigenden Ausgaben setzen den Konzern von Elon Musk unter Druck.
Meta verdoppelt KI-Investitionen
Die Facebook-Mutter Meta gibt beim KI-Rennen Vollgas. Der Konzern will seine Investitionen in KI-Rechenzentren im Jahr 2026 auf 115 bis 135 Milliarden Dollar nahezu verdoppeln. Ziel ist die Entwicklung einer künstlichen Superintelligenz. Dennoch prognostiziert Meta einen weiteren Anstieg des operativen Gewinns.
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Zur AktienanalyseIm vergangenen Jahr legte der Konzernumsatz um 22 Prozent auf knapp 201 Milliarden Dollar zu. Motor blieben die Werbeeinnahmen, erläuterte Finanzchefin Susan Li. Der Gewinn kletterte auf fast 23 Milliarden Dollar – ein starkes Signal an die Investoren, dass sich die KI-Strategie auszahlt.
Deutsche Bank mit Rekordgewinn
Die Deutsche Bank hat 2025 ein historisches Ergebnis erzielt. Mit gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern erreichte der DAX-Konzern das beste Vorsteuerergebnis seiner Geschichte. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 6,1 Milliarden Euro. Vorstandschef Christian Sewing sieht das Institut "auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, der europäische Champion zu werden".
Getrübt wird der Erfolg durch erneute Ermittlungen. Einen Tag vor der Bilanzvorlage durchsuchten Ermittler die Zentrale in Frankfurt und Geschäftsräume in Berlin. Die Untersuchungen richten sich gegen Verantwortliche und Mitarbeiter der Bank. Details zu den Vorwürfen wurden zunächst nicht bekannt.


