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DAX unter 25.000: Anleger bleiben trotz Erholung skeptisch

• 3 Min

Der deutsche Leitindex zeigt sich am Dienstag weiterhin unentschlossen. Nach einem kurzen Ausflug über die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zu Handelsbeginn fiel der DAX wieder zurück und notiert knapp unter dem Vortagesniveau von 24.933 Punkten. Das vor zwei Wochen erreichte Rekordhoch von 25.507 Punkten bleibt damit in weiter Ferne.

"Trotz aller vornehmlich geopolitischen Turbulenzen entwickelten sich die Börsen zu Jahresbeginn insgesamt robust", erklärt Eduard Baitinger, Marktexperte beim Investmenthaus Feri. Als Grund nennt er neben einem Gewöhnungseffekt die wachsende Markterwartung, dass US-Präsident Donald Trump nach großen Drohgebärden am Ende doch zurückrudert - ein Phänomen, das Beobachter als "TACO" bezeichnen ("Trump always chickens out").

Die Experten von Index Radar beschreiben die aktuelle Situation prägnant: "Nach dem Weltwirtschaftsforum und der Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump bei Grönland und Zusatzzöllen suchen die Märkte nach Orientierung."

Technisch bleibt die Lage angespannt. Die Marktbeobachter der Helaba warnen, dass der Ausblick getrübt bleibe, solange sich der DAX nicht deutlicher von der 21-Tagelinie absetzen könne. Diese liegt aktuell bei 24.902 Punkten - und damit gefährlich nahe am aktuellen Kursniveau.

US-Bilanzsaison als Hoffnungsträger

Neue Impulse erhoffen sich Anleger von der laufenden Berichtssaison in den USA. In dieser Woche legen Unternehmen vor, die rund 30 Prozent der Marktkapitalisierung des S&P 500 repräsentieren. Darunter befinden sich Schwergewichte wie Apple, Microsoft, Tesla und Meta. "Nach der zuletzt teilweise schwachen Performance könnte es hier zu positiven Überraschungen kommen, zumindest liegt die Messlatte etwas tiefer", so Index Radar.

Bereits heute veröffentlichen Boeing, UPS und General Motors ihre Quartalszahlen. Sollten diese stark ausfallen, könnte dies dem Gesamtmarkt Auftrieb verleihen.

Fed-Sitzung im Fokus

Mit besonderer Spannung blicken Investoren auf die US-Notenbank Federal Reserve. Heute beginnt deren zweitägige Zinssitzung, der Zinsentscheid wird am Mittwoch verkündet. "Wir erwarten, dass die Fed die Zinssätze in dieser Woche unverändert lässt. Gemischte Signale aus den jüngsten Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten rechtfertigen unserer Ansicht nach eine abwartende Haltung", erläutert Tuan Huynh, Investmentstratege bei Blackrock.

Zusätzliche Brisanz erhält die Sitzung durch die anhaltenden Angriffe von Präsident Trump auf die Unabhängigkeit der Fed. Die Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell, der unter starkem Druck des Präsidenten steht, endet im Mai. Als mögliche Nachfolger werden unter anderem Rick Rieder, Manager beim Vermögensverwalter Blackrock, und der frühere Notenbanker Kevin Warsh gehandelt.

Dollar unter Druck - Euro nahe Jahreshoch

Am Devisenmarkt notiert der Euro knapp unter der Marke von 1,19 Dollar. Zum Wochenstart hatte sich die Gemeinschaftswährung mit knapp über 1,19 Dollar dem Jahreshoch 2025 deutlich genähert.

Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank warnt vor den Risiken für den Dollar: "Mit Blick auf die unberechenbare Politik der US-Regierung besteht die Gefahr, dass aus Sicht des Marktes eine Grenze überschritten wird, an der es kein Zurück mehr gibt - ein Kipppunkt." Ein zentrales Thema sei auch ein möglicher Verlust der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed.

"Die Gefahr besteht darin, dass der Markt ein Szenario einpreist, wonach der Dollar unkontrolliert abwertet, und selbst bei einem Zurückrudern der Verantwortlichen die Lage nur schwer beruhigt werden kann. Die Folge wäre eine nachhaltige deutliche Abwertung der US-Währung."

Puma bekommt chinesischen Großaktionär

Zu den Gewinnern im DAX gehört heute die Puma-Aktie mit einem deutlichen Kursplus. Der Sportartikelkonzern steht vor einem Großaktionärswechsel: Der chinesische Konkurrent Anta will für 1,5 Milliarden Euro bei Puma einsteigen und dabei einen Anteil von rund 30 Prozent übernehmen. Die Aktien stammen von der Investmentgesellschaft der französischen Familie Pinault.

Für Puma kommt der neue Partner zur rechten Zeit. Das Unternehmen hatte zuletzt mit schwächerer Nachfrage zu kämpfen - im dritten Quartal des vergangenen Jahres war der Umsatz um 15 Prozent zurückgegangen. Mit Anta als strategischem Partner soll nun die Wende gelingen.

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