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DAX unter 25.000: Trumps Zolldrohung kehrt zurück

Der aktuelle Marktbericht von Aktien.news

• 3 Min
DAX unter 25.000: Trumps Zolldrohung kehrt zurück

Die 25.000er-Marke im DAX wirkt gerade wie eine Klapptür: Kaum wähnt man den Markt auf der sicheren Seite, fällt sie wieder zu. Gestern zum Wochenstart rutschte der Leitindex nach neuen Zolldrohungen aus Washington um 1,06 Prozent auf 24.991 Punkte ab – das Rekordhoch von 25.507 Punkten aus der Januarmitte ist damit wieder ein Stück weiter entfernt.

Auffällig ist, wie schnell die Stimmung gedreht hat. Am Freitag hatten die Börsen den Gerichtsentscheid gegen die globalen Zölle der US-Regierung noch freundlich quittiert – übers Wochenende folgte die Ernüchterung. Trump kündigte zunächst vorübergehende Zölle von zehn Prozent auf US-Importe an, erhöhte den Satz am Samstag aber auf 15 Prozent. Diese 15 Prozent sollen ab heute gelten. Damit schöpft er laut Bericht die Höchstgrenze eines Handelsgesetzes aus dem Jahr 1974, auf das er sich beruft, voll aus.

Neue Drohkulisse am Nachmittag

Zunächst sah es so aus, als blieben die Folgen beherrschbar. Für die deutsche Autoindustrie gilt in den USA ohnehin bereits ein Importzoll von 15 Prozent – und diese wichtige Branche war vom Urteil des Supreme Court nicht betroffen, weil es sich um eine spezifische Branchenabgabe handelt. Doch am Nachmittag legte Trump nach und warnte Handelspartner davor, nach dem Urteil vom Freitag „Spielchen zu spielen“. Wer das tue, werde „mit einem deutlich höheren Zoll und Schlimmerem“ belegt, schrieb er auf Truth Social.

Die Nervosität blieb nicht auf Frankfurt beschränkt: Auch an der Wall Street drückten die Drohungen auf die Kurse. Bis zum frühen Abend lag der Dow Jones mehr als 1,4 Prozent im Minus.

Brüssel stoppt, Washington wackelt

Das Ganze ist mehr als ein Tagesgeräusch, weil der politische Rahmen plötzlich wieder porös wirkt. Das Europaparlament setzte die Ratifizierung des Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten aus. Ein Sprecher der Kommission sagte, die Vereinbarung habe bisher gut funktioniert – bevor die EU über das weitere Vorgehen entscheiden könne, brauche sie klare Angaben der US-Seite, welche Schritte die USA nun unternehmen wollen.

Hinzu kommt: Trumps juristische Basis gilt im Bericht als wackelig. Experten bezweifeln, ob die Voraussetzungen zur Nutzung des Handelsgesetzes von 1974 überhaupt erfüllt sind. Und ab einer Dauer von 150 Tagen müsste der Präsident demnach die Zustimmung des Kongresses einholen – was Trump allerdings bestreitet. Ein Satz bringt das Dilemma auf den Punkt: „Die Zolllandschaft ist jetzt unsicherer als zuvor“, sagt Rodrigo Catril, Devisenstratege bei der NAB.

Mehr Stressfaktoren als nur Zölle

Als wäre der Zollnebel nicht genug, wächst laut Bericht die Sorge vor einer militärischen Zuspitzung zwischen den USA und dem Iran. Das Risiko steige, dass Trump außenpolitische Maßnahmen ergreife, um die innenpolitische Diskussion um das Urteil schnell zu beenden, kommentierte Chris-Oliver Schickentanz von der Capitell AG – die Gefahr eines Militärangriffs auf den Iran sei spürbar gestiegen.

In dieser Gemengelage suchen Anleger nach dem nächsten Fixpunkt – und der liegt bereits in dieser Woche: Nvidia will am Mittwoch Zahlen vorlegen. Der Markt glaube weiter an KI, hinterfrage aber zunehmend die Rendite der enormen Investitionen, schrieb Maximilian Wienke von eToro. Schwache Zahlen könnten Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms nähren, starke Zahlen dagegen die nächste Aufwärtsbewegung anstoßen. Währenddessen flüchtet Kapital in Sicherheitsanker: Gold kostete am frühen Abend 5.215 Dollar je Feinunze, der höchste Stand seit drei Wochen. Und zumindest aus Deutschland kam ein kleiner Gegenakzent: Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg um einen Punkt auf 88,6 Zähler – erwartet wurden 88,3. ifo-Präsident Clemens Fuest sieht „erste Signale einer Belebung“. Entscheidend bleibt, ob aus diesem Lichtblick mehr wird – oder ob die nächste Zollansage schon wieder alles überstrahlt.

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