DAX über 25.000: Supreme Court stoppt Trumps Zölle – und der Markt jubelt
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Der DAX hat am Freitag gezeigt, wie schnell aus politischem Gegenwind plötzlich Rückenwind werden kann: Ein Urteil des Supreme Court gegen zentrale Teile von Trumps Zollregime ließ Anleger zugreifen – und hob den Index klar über die Marke von 25.000 Punkten.
Zoll-Urteil als Kurstreiber Auslöser war die Niederlage der Trump-Regierung im Zollstreit vor dem höchsten US-Gericht. Die Richter kippten große Teile des umstrittenen Zollpakets und stellten mehrheitlich fest, das von Trump bemühte Notstandsgesetz ermächtige „den Präsidenten nicht dazu, Zölle zu verhängen“. Für den deutschen Kurszettel ist das ein wichtiger Hebel: Exportwerte – von Autobauern bis zu Industriegrößen – reagieren besonders empfindlich auf jede Änderung im Zollklima.
Die erste Reaktion fiel entsprechend deutlich aus. Der DAX sprang auf ein Tageshoch von 25.331 Punkten, gab danach etwas ab und schloss dennoch spürbar fester: plus 0,87 Prozent auf 25.260 Zähler. Auf Wochensicht stand ein Zuwachs von rund 1,4 Prozent. Auch der MDAX legte zu und gewann 1,09 Prozent auf 31.824 Punkte. Der Markt feierte das Urteil wie einen Befreiungsschlag – aber die entscheidende Frage lautet: Wie dauerhaft ist dieser Impuls?
Warum die Euphorie einen Haken hat Denn selbst nach dem Richterspruch ist die Zollfrage nicht vom Tisch. Die US-Regierung hatte bereits im Vorfeld angekündigt, nach anderen Rechtsgrundlagen zu suchen – und genau dort liegt das Risiko für alle, die den Move vorschnell als endgültige Entwarnung verbuchen. Thomas Gitzel von der VP Bank bringt es im Kern auf den Punkt: Trump werde versuchen, andere Möglichkeiten für Zölle zu nutzen, etwa mit dem Argument eines außenwirtschaftlichen Ungleichgewichts – in Anbetracht eines Leistungsbilanzdefizits von knapp fünf Prozent.
Zusätzlichen Schub lieferte am Freitag auch die heimische Konjunktur. Die Einkaufsmanagerdaten fielen im Februar besser aus als erwartet. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleistungen zusammen – stieg laut S&P Global um 1,0 auf 53,1 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober. Wichtig für die Märkte: Das Barometer bleibt über 50 und signalisiert damit Wachstum. Das ist mehr als eine Randnotiz, weil es die Hoffnung nährt, dass Deutschlands Wirtschaft zumindest wieder Lebenszeichen sendet.
Währenddessen drehten auch die US-Börsen ins Plus, angeführt von der Nasdaq. Doch der Blick nach vorn bleibt zweigeteilt: Einerseits sorgt das Urteil für Entspannung in einem zentralen Streitfeld der Handelspolitik. Andererseits hängen neue Unsicherheiten in der Luft – etwa wegen der Sorge vor einer Eskalation am Persischen Golf. Im Raum steht weiterhin Trumps Ankündigung, er erwäge einen Militärschlag gegen den Iran; zugleich nannte er eine Frist von zehn bis 15 Tagen bis zu einer Entscheidung.
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Zur AktienanalyseZu den großen Linien gehört außerdem: Trotz der verhängten Zölle blieb das US-Handelsdefizit 2025 nahezu unverändert hoch. Die Importe überstiegen die Exporte um rund 901,5 Milliarden Dollar – nur rund zwei Milliarden weniger als 2024. Und in Deutschland verschieben sich die Gewichte im Außenhandel: China löste die USA als wichtigsten Handelspartner ab. Der Außenhandelsumsatz mit China stieg um 2,1 Prozent auf 251,8 Milliarden Euro, das Handelsvolumen mit den USA schrumpfte um 5,0 Prozent auf 240,5 Milliarden Euro.
Für den Wochenstart bleibt damit vor allem eines spannend: Trägt der Optimismus vom Freitag, wenn aus dem juristischen Paukenschlag wieder politische Praxis wird – oder entpuppt sich der Kurssprung am Ende doch nur als schnelles Strohfeuer?


