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Dax über 25.000 Punkte: Allianz und Turnaround-Kandidaten im Fokus

Der Dax erreicht einen historischen Meilenstein – trotz geopolitischer Krisen zeigt der Markt bemerkenswerte Resilienz mit selektivem Aufwärtspotenzial.

Dax über 25.000 Punkte: Allianz und Turnaround-Kandidaten im Fokus

Der deutsche Leitindex DAX hat mit dem Überschreiten der 25.000-Punkte-Marke einen historischen Meilenstein erreicht. Trotz einer Vielzahl geopolitischer Krisen – von der US-Politik über den Ukrainekrieg bis hin zu wirtschaftlichen Herausforderungen in China und einer maroden Infrastruktur in Deutschland – zeigt sich der Markt bemerkenswert resilient. Die aktuelle Marktlage ist geprägt von einer differenzierten Entwicklung, bei der die Allianz SE als einer der stabilen Ankerpunkte fungiert.

Besonders bemerkenswert ist, dass die aktuelle Rallye keine breite Überhitzung widerspiegelt. Eine Analyse der 40 DAX-Werte zeigt, dass lediglich fünf Unternehmen – Airbus, MTU Aero Engines, Siemens, Siemens Energy und Heidelberg Materials – auf Rekordniveau notieren. Zusammen mit Allianz und Rheinmetall, die ebenfalls vor Rekordzahlen stehen, bilden diese Werte das Fundament des Index. Die restlichen 33 Titel befinden sich in Korrekturphasen, Bodenbildungen oder Turnaround-Prozessen.

Dies deutet darauf hin, dass der DAX keineswegs überhitzt ist, sondern vielmehr Spielraum für weitere Kurssteigerungen bietet – sobald sich die Turnaround-Kandidaten wie etwa die Automobilbranche oder Sorgenkinder wie Bayer operativ stabilisieren.

Allianz SE: Stabiler Anker im DAX

Die Aktie der Allianz SE erweist sich in diesem Marktumfeld als besonders robust. Technisch gesehen konnte der Kurs exakt an seinem 200-Tage-Durchschnitt nach oben drehen. Fundamental wird diese Stärke durch einen exzellenten Zwischenbericht untermauert.

Der Versicherer profitiert maßgeblich vom aktuell gehobenen Zinsniveau, das die Erträge stützt. Zudem sorgen geringe Katastrophenschäden für die Aussicht auf einen deutlich höheren Jahresgewinn. Die Allianz steuert auch im Jahr 2026 dank einer starken Nachfrage nach Absicherungsprodukten auf ein weiteres Gewinnplus zu und bleibt damit ein langfristiger Favorit im DAX, der sich im Bereich seiner bisherigen Höchstkurse bewegt.

Turnaround-Kandidaten: Bayer, Merck und Infineon

Mehrere DAX-Schwergewichte befinden sich in potenziellen Wendephasen, die für Anleger interessante Einstiegsmöglichkeiten bieten könnten:

Bayer:

Nach zehn Jahren rückläufiger Kurse vollzieht die Aktie seit 2024 eine Bodenbildung. Trotz notwendiger Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten rund um Glyphosat und PCB signalisiert der jüngste Aufwärtsdreh bei 25 Euro eine mögliche Trendwende. Ein Anstieg über 30 bis 31 Euro würde ein langfristiges Kaufsignal generieren.

Merck KGaA:

Nach vier Jahren Kursrückgang könnte sich bei Kursen zwischen 110 und 120 Euro ein Boden bilden. Die Erholung in der Laborsparte, ein gestärktes Pharmageschäft durch den Zukauf von Springworks sowie die steigende Nachfrage nach Halbleitermaterialien im Zuge des KI-Booms lassen auf ein besseres Jahr 2025 hoffen.

Infineon:

Der Chiphersteller könnte nach einem schwachen Geschäftsjahr 2024/25 die Wende einleiten. Besonders die Nachfrage nach Stromversorgungschips für Rechenzentren sowie eine Stabilisierung im Automobilsektor geben Hoffnung. Ein Anstieg über 38 bis 40 Euro gilt als entscheidendes Kaufsignal.

Auch Siemens steht vor einer komplexen Transformation. Die geplante Abspaltung von Siemens Healthineers sorgt für Skepsis, da die Dekonsolidierung der medizintechnischen Erlöse den Gesamtumsatz kurzfristig drücken könnte. Zudem erzielt das neue digitale Kerngeschäft noch nicht die erhofften Margen, was zu einer Schwankungsphase zwischen 210 und 250 Euro führen könnte.

Makroökonomisches Umfeld bleibt zweischneidig

Die Unsicherheit an den globalen Märkten bleibt hoch. In den USA hat sich die Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen der Fed binnen weniger Wochen von 95 Prozent auf 50 Prozent halbiert. Dennoch bleibt die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung in den USA mit einer Wachstumsprognose von rund 2 Prozent sowie in China mit 3 bis 4 Prozent bestehen.

Die EZB hält die Zinsen auf einem Plateau, was nach den Inflationsjahren 2022 und 2023 als Erfolg gewertet wird und geldpolitischen Spielraum für Krisenfälle lässt. Die Stimmung an den Börsen, gemessen am „Fear & Greed"-Index, ist moderat – ein Zeichen dafür, dass Investoren noch über Liquidität verfügen, um bei Rücksetzern zuzugreifen.

Für den DAX ist nun entscheidend, das Niveau von 24.600 bis 25.000 Punkten bei einem möglichen Re-Test zu verteidigen. Gelingt dies, ist ein weiterer Anstieg in Richtung 27.000 Punkte bis zum Frühjahr ein realistisches Szenario.

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