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DAX steigt vor Fed-Entscheid – KI-Aktien gefragt, Auto schwach

• 2 Min
DAX steigt vor Fed-Entscheid – KI-Aktien gefragt, Auto schwach

Infineon verkauft Speicherchip-Sparte für 1,12 Milliarden Dollar, die Ölpreise fallen, und die Halbleiterbranche erlebt eine Erholung – der Mittwoch an den Märkten hatte einiges zu bieten, bevor am Abend die US-Notenbank Federal Reserve ihren mit Spannung erwarteten Zinsentscheid verkündete.

Der DAX schloss bei 25.538 Punkten und verzeichnete damit ein Plus von über 0,5 Prozent. Nach den Verlusten zu Wochenbeginn und einer ersten leichten Stabilisierung am Dienstag setzt der deutsche Leitindex damit seine Erholungsbewegung fort. Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stand dabei die Fed, die voraussichtlich die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte anheben wird – ein Schritt, den der Markt längst eingepreist hat.

Entscheidender als der Zinsschritt selbst dürfte für die Märkte der Ausblick von Fed-Chef Kevin Warsh sein. Anleger wollen wissen, wie die Notenbank die weitere Entwicklung von Inflation und Konjunktur einschätzt. Die US-Wirtschaft zeigt sich robust, die Inflation bleibt erhöht – beides spricht für eine weiterhin straffe Geldpolitik. Höhere Zinsen können Aktien belasten, weil sie Unternehmensfinanzierungen verteuern und sichere Anlageformen attraktiver machen.

An der Wall Street hielten sich Anleger vor dem Entscheid zunächst zurück. Zur Eröffnung legten Dow Jones und S&P 500 jeweils rund 0,3 Prozent zu, der technologielastige Nasdaq gewann etwa 0,5 Prozent.

Für zusätzliche Entspannung an den Märkten sorgten sinkende Ölpreise. Berichte über alternative Lieferwege für saudisches Öl dämpften Sorgen vor Versorgungsengpässen. US-Energieminister Chris Wright stellte zudem eine schnelle Wiederinbetriebnahme einer wichtigen Ölpipeline in Saudi-Arabien in Aussicht. Niedrigere Energiepreise sind auch aus Inflationssicht bedeutsam, da steigende Energiekosten den Preisdruck in den USA weiter anheizen könnten.

Am deutschen Aktienmarkt griffen Anleger nach den jüngsten Verlusten wieder gezielt bei KI-Werten zu. Gefragt waren Chiphersteller sowie Unternehmen, die Infrastruktur für Rechenzentren liefern. Im DAX gehörten Infineon, Siemens Energy und Hochtief zu den stärksten Werten.

Infineon profitierte dabei von einer konkreten Unternehmensnachricht: Der Münchner Halbleiterkonzern verkauft einen Teil seines Speicherchip-Geschäfts an den taiwanischen Konzern Winbond Electronics für 1,12 Milliarden Dollar. Mit dem Verkauf will sich Infineon stärker auf seine strategischen Wachstumsfelder konzentrieren – ein Schritt, den Anleger offensichtlich begrüßten.

Auch im MDAX waren Halbleiterwerte gefragt. Aixtron, Süss MicroTec, Siltronic und Jenoptik legten teils deutlich zu. Rückenwind lieferte zudem eine optimistische Prognose der Bank of America, die ihr Ziel für das weltweite Halbleitermarktvolumen im Jahr 2030 auf 3,2 Billionen Dollar anhob – mit besonderem Wachstumspotenzial bei Speicherchips und Rechenzentren.

Deutlich schwächer präsentierten sich dagegen die Autowerte. Eine kritische Studie der Privatbank Berenberg belastete die gesamte Branche. Die Analysten warnen vor Risiken durch das schwierige China-Geschäft, geopolitische Unsicherheiten und den wachsenden Wettbewerbsdruck. Volkswagen-Aktien verloren rund drei Prozent und bildeten damit das Schlusslicht im DAX. Auch BMW, Mercedes-Benz und Porsche gaben nach.

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