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DAX steigt auf 24.137 Punkte: Infineon-Rally und Trumps China-Gipfel

DAX steigt auf 24.137 Punkte: Infineon-Rally und Trumps China-Gipfel

Infineon-Aktien schossen am Donnerstag um fast elf Prozent in die Höhe und erreichten damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2000 – ein starkes Signal, dass der KI-Boom weiterhin konkrete Gewinner in deutschen Börsensälen produziert. Dieser Kursfeuerwerk der Münchner Halbleiter-Spezialisten war einer der auffälligsten Treiber an einem insgesamt erfreulichen Handelstag in Frankfurt.

Der DAX schloss mit 24.136,81 Punkten und einem Plus von 0,8 Prozent. Rückenwind kam dabei aus zwei Richtungen: starke Quartalszahlen zahlreicher DAX-Konzerne und die wachsende Hoffnung auf einen Durchbruch im sino-amerikanischen Handelsstreit.

Trump trifft Xi – Märkte hoffen auf Handelsdeal

US-Präsident Donald Trump ist bereits am Donnerstag in Peking eingetroffen. Das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping findet morgen statt. Unterhändler beider Seiten hatten sich im Vorfeld bereits im südkoreanischen Seoul getroffen, um den Boden zu bereiten. Eine hochrangige US-Wirtschaftsdelegation begleitet Trump – ein Signal, das Spekulationen über konkrete Fortschritte bei Zöllen und Handelsbeschränkungen anheizt.

Der Handelsstreit zwischen Washington und Peking ist bislang besonders hart ausgefochten worden. China konnte seine Exporte zwar steigern, überschwemmt damit jedoch zunehmend andere Regionen mit Dumpingpreisen – ein Thema, das auch europäische Unternehmen beschäftigt.

Zusätzlich hoffen Investoren auf diplomatische Impulse im Iran-Konflikt. China unterhält enge Beziehungen zu Teheran und bezieht einen Großteil seines Öls aus der Golfregion – Peking hat damit ein handfestes Interesse an einer Deeskalation. Trump wiederum steht innenpolitisch unter Druck: Die US-Inflation kletterte im April auf 3,8 Prozent, den höchsten Stand seit drei Jahren. Haupttreiber waren gestiegene Öl- und Gaspreise – eine direkte Folge des Iran-Krieges.

Allianz mit Rekordgewinn, Merck hebt Prognose an

Europas größter Versicherungskonzern Allianz startete mit einem Rekordergebnis ins Jahr: Der Betriebsgewinn stieg um 6,6 Prozent auf 4,52 Milliarden Euro – deutlich über den Analystenerwartungen von 4,36 Milliarden Euro. Das gesamte Geschäftsvolumen aus Versicherungsprämien und Fondsgebühren legte um 3,5 Prozent auf 53 Milliarden Euro zu.

Auch der Darmstädter Merck-Konzern überzeugte: Trotz negativer Wechselkurseffekte und Umsatzrückgängen bei wichtigen Medikamenten verdiente der Pharma- und Chemiekonzern operativ mehr als erwartet. Der neue Konzernchef Kai Beckmann, der Anfang Mai das Ruder von Belen Garijo übernahm – die zu Sanofi wechselte – hob daraufhin die Jahresprognose an. Anleger quittierten dies mit Kurszuwächsen.

Siemens hingegen spürte die Belastungen durch US-Zölle und den schwachen Dollar deutlich: Umsatz und Betriebsgewinn blieben im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 hinter den Analystenerwartungen zurück. Die Münchner halten dennoch an ihren Jahreszielen fest – das Geschäftsjahr endet im September.

RWE startete erwartungsgemäß mit einem kräftigen Gewinnsprung ins Jahr. Dem Energiekonzern half eine Entschädigungszahlung des niederländischen Staates, bessere Windverhältnisse in Europa sowie neu in Betrieb genommene Wind-, Solar- und Batteriespeicher-Anlagen. Der bereinigte Betriebsgewinn stieg im ersten Quartal um rund ein Viertel auf über 1,6 Milliarden Euro.

Fazit für Anleger

Der heutige Handelstag zeigt: Trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds liefern viele DAX-Konzerne solide bis starke Ergebnisse ab. Die Kombination aus robusten Unternehmensgewinnen und der Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit gibt dem deutschen Leitindex Auftrieb. Entscheidend wird nun sein, ob das Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi morgen konkrete Ergebnisse liefert – oder ob die Erwartungen enttäuscht werden.

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