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DAX startet schwächer: Iran-Deal beruhigt Märkte nur bedingt

Trotz sinkender Ölpreise und einem Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA zeigen sich Anleger zurückhaltend.

DAX startet schwächer: Iran-Deal beruhigt Märkte nur bedingt

Der deutsche Leitindex DAX dürfte am Donnerstagmorgen mit leichten Verlusten in den Handelstag starten. Broker IG taxiert den DAX vor dem Xetra-Beginn rund 0,3 Prozent tiefer bei 24.947 Punkten. Am Vortag hatte der Index noch mit einem Plus von 0,4 Prozent knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten geschlossen – ein Muster, das sich bereits an den vergangenen Handelstagen wiederholte. Das Rekordhoch bei 25.508 Punkten bleibt damit zumindest in Sichtweite.

Hintergrund der vorsichtigen Marktstimmung ist das jüngst unterzeichnete Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA zur Beendigung des Iran-Krieges. Die Einigung sorgte zwar für eine spürbare Erleichterung an den Aktienmärkten, doch die Euphorie hält sich in Grenzen. Zu viele offene Fragen belasten weiterhin das Sentiment.

Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG bringt die Lage auf den Punkt: „Der mit Vorsicht zu genießende Friedensdeal zwischen Iran und den USA hat die geopolitische Risikoprämie an den Märkten zwar reduziert, für echte Entwarnung ist es jedoch zu früh. Zwar sind die Ölpreise nach der Einigung deutlich gefallen, doch die offenen Fragen rund um die Tragfähigkeit des Abkommens, die künftigen Ölflüsse und die geldpolitischen Folgen bleiben bestehen."

Ölpreise geben nach – aber Unsicherheit bleibt

Auf der Energiepreisseite zeigt sich zumindest eine gewisse Entlastung. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 79,43 Dollar je Barrel, das US-amerikanische Rohöl WTI notierte 0,3 Prozent schwächer bei 76,36 Dollar. Damit setzt sich der Rückgang der Ölpreise nach der Einigung fort – allerdings mit Vorsicht.

Denn Händler warten auf handfeste Beweise, dass sich der Tankerverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus tatsächlich normalisiert. „Händler warten noch auf handfeste Beweise, dass sich der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus tatsächlich normalisiert, bevor sie auf einen weiteren Preisrückgang setzen", erklärte KCM-Marktanalyst Tim Waterer. Zwar passierten zuletzt mehrere Tanker die Meerenge, doch Marktbeobachter warnen, dass Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus nicht aufgeben werde.

Besonders brisant: Die Frage, ob Iran künftig eine Art Maut für den Schiffsverkehr erheben könnte. Madison Cartwright, leitende Geoökonomie-Analystin bei der Commonwealth Bank of Australia, erläuterte: „Die zukünftige Verwaltung der Meerenge wird vom Iran und Oman geleitet werden, was dem Iran die Möglichkeit gibt, eine 'maritime Dienstleistungsgebühr' zu erheben." Dies untergrabe die internationalen Normen der freien Schifffahrt und schaffe einen Präzedenzfall, dem andere folgen könnten. Die USA schließen eine solche Gebühr allerdings aus.

Wall Street profitiert – US-Börsen heute geschlossen

An der Wall Street sorgte die Aussicht auf eine Entspannung im Nahen Osten gemeinsam mit starken Technologieaktien für Kursgewinne. Der technologielastige Nasdaq legte deutlich um 1,9 Prozent auf 26.518 Punkte zu. Der breiter aufgestellte S&P 500 gewann 1,1 Prozent auf 7.501 Punkte. Der Dow Jones Industrial hingegen blieb nahezu unverändert bei 51.565 Punkten. Heute bleiben die US-Börsen wegen eines Feiertags geschlossen, was die Handelsumsätze in Europa dämpfen dürfte.

Asien glänzt mit Rekordständen

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in Asien: Sowohl Japan als auch Südkorea verzeichnen neue Allzeithochs. Der japanische Nikkei markierte zum fünften Mal in Folge ein Rekordhoch und weist auf Wochensicht ein Plus von mehr als acht Prozent auf. Der südkoreanische Leitindex Kospi legte in dieser Woche sogar um mehr als 15 Prozent zu. Nach den neuerlichen Höchstständen stagnierte der Nikkei jedoch, und der Kospi drehte nach seinem Rekord klar ins Minus. Die Börsen in Festlandchina, Hongkong und Taiwan bleiben heute feiertagsbedingt geschlossen.

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