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DAX startet leise ins neue Jahr, aber auf dünnem Eis

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DAX startet leise ins neue Jahr, aber auf dünnem Eis

Die 24.500-Punkte-Marke steht gleich zum Jahresauftakt als erste Wegmarke im Raum – der DAX klopft nach seinem 23-Prozent-Lauf 2025 schon wieder daran. Zum Start in das neue Börsenjahr wird ein ruhiger Handel erwartet: Der Index wurde am Morgen mit einem kleinen Plus um 24.537 Punkte taxiert. Viel spricht dafür, dass die Umsätze zunächst dünn bleiben – zwischen Feiertagsmodus und erstem Freitag des Jahres kommt selten echte Dynamik auf. Und doch: Nach drei starken Jahren in Serie ist selbst ein leiser Auftakt ein Signal. Wer hätte vor zwölf Monaten gedacht, dass „ruhig“ auf diesem Niveau überhaupt eine Option ist?

2025 hat der Leitindex Anlegern ein sattes Polster geliefert – allerdings mit deutlicher Schlagseite. Auffällig ist, wie einseitig die Rekordjagd verlief: Von 34 Bestmarken fielen 31 ins erste Halbjahr, danach lief der Markt eher seitwärts. Der Schlussstrich unter das Börsenjahr kam früh: Am letzten Handelstag wurde um 14 Uhr beendet, der DAX schloss bei 24.490,41 Punkten, ein Tagesplus von 0,57 Prozent. Ein Jahresgewinn von gut 23 Prozent ist eine Hausnummer – ähnlich kräftig war der DAX zuletzt 2019, als er rund 25,5 Prozent zulegte.

KI und Zinsen: Rückenwind mit Fragezeichen

Der Taktgeber war 2025 gleich doppelt aufgestellt. Einerseits trieb der KI-Boom die Fantasie – bis hin zur Wachablösung an der Weltspitze, als Nvidia Apple als wertvollstes Unternehmen überholte. Andererseits sorgten Zinssenkungen großer Notenbanken für zusätzliche Schubkraft. Die EZB senkte 2025 viermal und legte anschließend eine Pause ein; bei der US-Notenbank blieb der Zinskurs dagegen ein ständiges Deutungsspiel, weil die Stimmen im Inneren weit auseinanderliegen. Der Blick über den Atlantik zeigt, warum das so wichtig ist: Der Dow Jones legte 2025 knapp 14 Prozent zu, der S&P 500 mehr als 17 Prozent – und der Nasdaq 100 kam auf gut 20 Prozent. Der DAX hielt damit nicht nur Schritt, er setzte sich in der Jahresbilanz sogar an die Spitze.

So viel Rückenwind hat jedoch seinen Preis. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Diskussion über Übertreibungen gehört inzwischen zum Pflichtprogramm. BlackRock verweist dabei auf Bewertungskennziffern, die an die Dotcom-Zeit erinnern und sogar Parallelen zu 1929 ziehen. Für Anleger ist das mehr als akademisch – denn genau hier entscheidet sich, ob KI ein nachhaltiger Produktivitätsschub bleibt oder zur Nervensäge wird, die jede Rally mit Blasenangst begleitet.

Gewinner feiern, Verlierer stolpern

Beim Blick in den Index zeigt sich, wie selektiv der Aufschwung war. Größter Gewinner im DAX war Rheinmetall mit einem Kursplus von gut 154 Prozent – der europäische Rüstungsboom spielte dem Sektor in die Karten. Siemens Energy folgte mit rund 140 Prozent Plus, getrieben vom Mix aus Energiewende und dem Stromhunger wachsender Rechenzentren. Und auch die Commerzbank schaffte es weit nach vorn: Übernahmefantasie durch Unicredit sowie Fortschritte bei Kosten und Erträgen wurden am Markt honoriert – insgesamt lief die Finanzbranche in Europa stark.

Auf der anderen Seite standen Unternehmen, die im Schaufenster der Konsum- und Inputkostenprobleme landeten. Symrise bekam steigende Rohstoffpreise und nachlassende Nachfrage zu spüren. Adidas und Beiersdorf litten unter Zollkosten und einer Kauflaune, die in unsicheren Zeiten schneller kippt als vielen lieb ist.

Entscheidend wird nun sein, ob 2026 wieder ein Jahr der klaren Trends wird – oder ob sich das Muster von 2025 wiederholt: vorne ein Sprint, hinten ein zähes Ringen um Anschlusskäufe. Die erste Probe folgt sofort: Bleibt die 24.500er-Marke nur eine runde Zahl – oder wird sie zum Startschuss für die nächste Etappe?

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