DAX startet fester trotz Ölpreisanstieg und Inflationssorgen
Anleger zeigen sich zum Wochenstart optimistisch, obwohl stockende Iran-Friedensgespräche die Ölpreise erneut antreiben.

Der DAX dürfte zum Wochenauftakt leicht zulegen. Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor Handelsbeginn rund 0,2 Prozent höher bei knapp 24.200 Punkten. Am vergangenen Freitag war der DAX mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 24.128,98 Zählern aus dem Handel gegangen – der Wochenverlust summierte sich damit auf 2,3 Prozent.
Das bestimmende Thema bleibt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Am Wochenende erhielten Hoffnungen auf Friedensgespräche einen Dämpfer: US-Präsident Donald Trump sagte eine geplante Reise seiner Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner kurzfristig ab.
„Der Markt ringt um Orientierung, sowohl geldpolitisch als auch geopolitisch", kommentiert Timo Emden, Marktexperte bei Emden Research. Die Spannungen zwischen Washington und Teheran seien ungelöst und sorgten für eine anhaltende Phase der Unsicherheit. Solange kein klarer politischer Fahrplan erkennbar sei, bleibe das Umfeld fragil.
Ölpreise ziehen deutlich an
Die stockenden Friedensgespräche treiben die Energiepreise weiter nach oben. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um gut zwei Prozent auf 107,49 Dollar pro Barrel, die US-Sorte WTI stieg um knapp zwei Prozent auf 96,17 Dollar.
Claudia Windt, Leiterin Research bei der Helaba, warnt: Solange die USA weiter um die Kontrolle der Straße von Hormus ringen, die Seeblockade bestehen bleibe und eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg nicht in Sicht sei, werde der Ölpreis hoch bleiben. Je länger die Energiepreise auf diesem Niveau verharrten, desto stärker würden alle Branchen belastet.
Die hohen Ölpreise schüren die Inflationssorgen. Im März hatten sich Kraftstoffe bereits um 20 Prozent verteuert, Heizöl sogar um 44 Prozent. Die deutschen Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent – so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr.
Notenbanken im Fokus: EZB, Fed und Bank of Japan
Die Frage, ob die Notenbanken auf die steigenden Verbraucherpreise mit Zinserhöhungen reagieren müssen, rückt in den Mittelpunkt. Am kommenden Donnerstag steht der Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank an. Die meisten Experten rechnen aktuell noch nicht mit einer Erhöhung – wahrscheinlicher wird eine solche Analysten zufolge erst im Juni.
Neben der EZB werden in dieser Woche auch die US-Notenbank Federal Reserve und die Bank of Japan ihre Zinsentscheide bekanntgeben. Höhere Zinsen würden die ohnehin angeschlagene Konjunktur weiter dämpfen und den Aktienmarkt zusätzlich belasten. Zuvor liefern die Inflationsdaten aus Deutschland am Mittwoch und aus dem Euro-Raum am Donnerstag wichtige Hinweise auf die geldpolitische Richtung.
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Während der DAX noch einige Punkte von seinem Allzeithoch entfernt ist, hält die Rekordstimmung in Japan an. Der Nikkei legte um fast zwei Prozent zu und erreichte einen neuen Höchststand bei knapp 60.900 Zählern.
In China zeigte sich ein freundliches Bild: Die Börse Shanghai gewann 0,2 Prozent auf 4.086 Punkte, der Index der wichtigsten Unternehmen aus Shanghai und Shenzhen stieg um 0,3 Prozent auf 4.781 Punkte. Rückenwind liefern starke Unternehmensgewinne: Die Gewinne chinesischer Industrieunternehmen stiegen im März um 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – so stark wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Im gesamten ersten Quartal wuchsen die Industriegewinne um 15,5 Prozent.


