DAX springt auf 24.888 Punkte – Friedenshoffnungen beflügeln Märkte

Die Woche endet mit einem klaren Aufwärtssignal: Der DAX hat am Freitag die Verluste des Vortages vollständig ausgeglichen und schloss mit einem Plus von 1,15 Prozent bei 24.888 Punkten. Das Tageshoch lag bei 24.943 Zählern – damit fehlen nur noch gut zwei Prozent bis zum Allzeithoch von 25.507 Punkten. Im Wochenvergleich legte der deutsche Leitindex beeindruckende 3,9 Prozent zu.
Haupttreiber der Erholung sind Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Kriegs. US-Außenminister Rubio sprach von "einigen guten Zeichen" in den laufenden Gesprächen – wenngleich er zur Vorsicht mahnte. Für Marktanalyst Timo Emden von Emden Research ist die Situation klar: "Anleger setzen erneut auf Signale einer Entspannung." Gleichzeitig warnt er, dass das ständige Wechselspiel aus Hoffnungen und Rückschlägen zunehmend am Nervenkostüm der Investoren zehre.
Der Ölpreis bleibt das zentrale Barometer der Lage. Die Nordseesorte Brent notiert weiterhin deutlich über 100 Dollar je Barrel. Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank erläutert: "Hoffnungen auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran haben die Ölpreise zuletzt zwar wieder etwas unter Druck gesetzt, aber letztlich hat sich der Preis für Öl der Sorte Brent deutlich über 100 Dollar je Barrel etabliert." Sollte die Straße von Hormus weiter gesperrt bleiben, müsse zunehmend auf globale Lagerbestände zurückgegriffen werden – ein Szenario, vor dem Experten mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf warnen.
Zusätzlichen Rückenwind lieferten überraschend positive Konjunkturdaten. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai auf 84,9 Punkte, nach revidierten 84,5 Zählern im April. Das Münchner ifo-Institut befragte dafür rund 9.000 Führungskräfte. "Die deutsche Wirtschaft arrangiert sich mit der aktuell schwierigen Lage", kommentierte ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. Eine echte Trendwende sehen Experten darin jedoch noch nicht – zumal die EU ihre Konjunkturprognosen für Deutschland zuletzt halbiert hatte. Immerhin: Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal trotz des Iran-Kriegs leicht gewachsen.
Für zusätzliche Euphorie an den Technologiemärkten sorgt der geplante Börsengang von SpaceX. Elon Musk will mit dem Raumfahrt- und KI-Konglomerat bis zu 75 Milliarden Dollar einsammeln – so viel wie kein Unternehmen vor ihm. In das Paket integriert Musk auch bislang weniger erfolgreiche Teile seines Imperiums: den KI-Entwickler xAI sowie den Social-Media-Dienst X (ehemals Twitter). Da lediglich fünf Prozent der Aktien an den Markt kommen sollen, rechnen Experten mit Knappheitspreisen und zunächst stark steigenden Kursen. Musk selbst bleibt durch die Aktionärsstruktur dauerhaft unanfechtbarer Hauptaktionär. Der Tokioter Nikkei-Index markierte im Zuge der globalen Tech-Euphorie heute ein neues Rekordhoch.
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Zur AktienanalyseIm DAX war Infineon der große Gewinner des Tages. Der Chiphersteller profitierte von der Tech-Rally und legte über sechs Prozent zu. Damit überschritt die Aktie erstmals seit dem Jahr 2000 wieder die Marke von 70 Euro – ein symbolisch bedeutsames Signal für die Halbleiterbranche.
An der Wall Street zeigten sich die großen Indizes zur Mittagszeit (Ortszeit) ebenfalls freundlich. Der Dow Jones gewann rund 0,6 Prozent und hielt sich damit komfortabel über der Marke von 50.000 Punkten. Anleger sollten beachten: Am Pfingstmontag bleiben die US-Börsen geschlossen.


