DAX springt 1,5% auf 24.307 Punkte – Friedenshoffnung am Golf treibt Kurse
Die Berichtssaison hat sich als stabilisierender Faktor erwiesen: Trotz rückläufiger Umsätze steigerten die 40 DAX-Unternehmen ihre Gewinne im ersten Quartal insgesamt – ein Ergebnis, das laut einer aktuellen EY-Studie die Widerstandsfähigkeit des deutschen Leitindex unterstreicht. Doch es war vor allem die Geopolitik, die am Montag die Richtung vorgab.
Der DAX startete mit einem Minus von bis zu 0,6 Prozent in die neue Handelswoche – belastet von verschärften Tönen zwischen Iran und den USA rund um den Konflikt am Persischen Golf. Die Stimmung drehte jedoch zur Mittagszeit, als Berichte über neue Verhandlungsfortschritte die Runde machten. Laut iranischen Medien soll Washington bereit sein, die Sanktionen gegen iranische Ölexporte für die Dauer der Gespräche auszusetzen – eine Kernforderung Teherans, die als Voraussetzung für eine Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus gilt.
Die Reaktion der Märkte ließ nicht lange auf sich warten: Der DAX übersprang die psychologisch bedeutsame Marke von 24.000 Punkten und schloss letztlich 1,5 Prozent höher bei 24.307 Punkten. Auch die Ölpreise reagierten prompt und gaben zwischenzeitlich um mehr als zwei Prozent nach – ein deutliches Signal, dass die Märkte die Entspannungssignale ernst nehmen.
An der Wall Street verlief der Tag weniger eindeutig. Zwar stützten die Friedenshoffnungen zunächst auch die US-Indizes, doch bis zum frühen Abend drifteten die großen Indizes wieder leicht ins Minus.
Für erhebliche Aufmerksamkeit an den US-Börsen sorgt unterdessen ein potenzieller Rekord-Börsengang: Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX soll Medienberichten zufolge am 12. Juni den Sprung aufs Parkett wagen. Laut Wall Street Journal könnten dabei bis zu 80 Milliarden Dollar eingesammelt werden – mehr als bei jedem bisherigen Börsengang der Geschichte. Der Finanzdienst Bloomberg berichtet zudem, dass SpaceX eine Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar anstrebt. Marktbeobachter sehen darin den möglichen Startschuss für eine neue Welle großer Technologie-Börsengänge: Auch der ChatGPT-Entwickler OpenAI und der KI-Konkurrent Anthropic sollen entsprechende Schritte vorbereiten – was die Fantasie der Anleger im KI-Sektor zusätzlich beflügelt.
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Zur AktienanalyseIm DAX stachen die Kursgewinne von Rheinmetall hervor. Citigroup-Analyst Charles Armitage stufte den Titel heute auf Kaufen hoch und bezeichnete den langen Kursrückgang als übertrieben. Seit seinem Rekordhoch im vergangenen Herbst hatte die Aktie rund 45 Prozent eingebüßt. Armitage zufolge waren die Verluste im Rüstungssektor maßgeblich durch Friedenshoffnungen in der Ukraine sowie Bedenken über die Finanzierung steigender europäischer Verteidigungsausgaben getrieben worden.
Eine klare Entscheidung gab es auch bei der Commerzbank: Der Vorstand wies das jüngste Übernahmeangebot der italienischen UniCredit offiziell zurück. In einer gemeinsamen Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat heißt es, UniCredit biete den Aktionären keine angemessene Prämie und habe keinen nachvollziehbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss vorgelegt. Der Plan sei vage und berge erhebliche Risiken. Aktuell halten die Italiener 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien direkt sowie weitere 3,22 Prozent über Finanzinstrumente – insgesamt also 29,99 Prozent und damit knapp unter der meldepflichtigen Schwelle von 30 Prozent.


