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DAX rutscht ins Minus: Iran-Krise und Zinsdruck belasten Anleger

28. April 2026 3 Min

Die Stimmung an den Märkten bleibt angespannt: Der Iran-Krieg, steigende Ölpreise und eine Flut bevorstehender Zinsentscheidungen haben den DAX am Montag auf Talfahrt geschickt. Was zunächst wie ein vielversprechender Wochenstart aussah, entpuppte sich als Enttäuschung – der deutsche Leitindex schloss mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 24.083 Punkten. Ein zwischenzeitliches Plus von rund einem Prozent verpuffte bis zum Handelsende vollständig. Damit setzt sich die Schwächephase der Vorwoche fort, in der der DAX bereits 2,3 Prozent eingebüßt hatte.

Im Mittelpunkt der Unsicherheit steht weiterhin der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Berichte über ein mögliches iranisches Angebot zur Öffnung der Straße von Hormus sorgen zwar für Gesprächsstoff, konkrete Details fehlen jedoch. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, Teheran prüfe eine Bitte von US-Präsident Donald Trump um Verhandlungen. Trump habe um Gespräche gebeten, weil die USA keines ihrer Ziele erreicht hätten – so zumindest die Darstellung Araghtschis vor Journalisten in Moskau. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts hält die Märkte in Atem.

Auch die Wall Street zeigte sich zum Wochenstart zurückhaltend. Der Dow Jones notierte am frühen Abend rund 0,3 Prozent tiefer. Belastend wirken dort ebenfalls die geopolitischen Spannungen, während Anleger gleichzeitig gespannt auf die laufende US-Berichtssaison blicken. In dieser Woche legen Tech-Giganten wie Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Apple ihre Quartalszahlen vor – ein wichtiger Stimmungstest für die globalen Aktienmärkte.

In Deutschland hingegen haben sich die Gewinnerwartungen für den DAX bereits deutlich eingetrübt. Uwe Hohmann von Metzler weist darauf hin, dass die Konsensschätzungen für die DAX-Gewinne 2026 seit Jahresbeginn erheblich zurückgenommen wurden: Statt eines ursprünglich erwarteten Zuwachses von 15 Prozent rechnen Analysten nun nur noch mit einem Anstieg von rund fünf Prozent. Zwar erscheint der DAX auf Basis der aktuellen Bewertungen nicht überteuert – doch diese Einschätzung stützt sich stark auf die nach wie vor optimistischen Prognosen für 2027, die einen Gewinnanstieg von 15 Prozent vorsehen. Deren Fundament sei derzeit schwer zu belegen, so Hohmann.

Ein weiterer Belastungsfaktor: Die Ölpreise verharren auf hohem Niveau. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am frühen Abend mehr als 101 Dollar. Die hohen Energiepreise schüren Inflationssorgen und lenken den Blick auf wichtige Datenpunkte in dieser Woche: Am Mittwoch werden die deutschen Inflationszahlen veröffentlicht, am Donnerstag folgen die Daten für die gesamte Eurozone.

Ebenfalls am Donnerstag steht der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank auf dem Programm. Eine Zinserhöhung gilt für diesen Termin noch als unwahrscheinlich, doch der Markt preist laut Bastian Freitag, Marktexperte bei Rothschild & Co. Wealth Management Deutschland, bereits rund 60 Basispunkte an Erhöhungen bis Jahresende ein – mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen ersten Schritt im Juni. Neben der EZB entscheiden in dieser Woche auch die US-Notenbank Federal Reserve, die Bank of England und die Bank of Japan über ihre Leitzinsen. Höhere Zinsen könnten die ohnehin geschwächte Konjunktur weiter bremsen und die Aktienmärkte zusätzlich belasten.

Die Krisenstimmung ist inzwischen auch bei den Verbrauchern angekommen. Das Konsumklima ist laut einer Studie der Marktforschungsinstitute GfK und NIM unerwartet stark eingebrochen. Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen ging zum dritten Mal in Folge zurück und erreichte den niedrigsten Stand seit zwei Jahren – ein deutliches Signal, dass der Iran-Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen die Kauflaune der Deutschen erheblich dämpfen.

Im DAX stach Siemens als stärkster Titel hervor. Analyst Alasdair Leslie von Bernstein Research hob sein Kursziel für die Aktie von 290 auf 300 Euro an. Die Siemens-Aktie habe sich seit Jahresbeginn schwächer als die Konkurrenz entwickelt – unter anderem wegen Sorgen über KI-Auswirkungen auf das Software-Geschäft und zunehmender Unternehmenskomplexität. Leslie hält diese Skepsis jedoch für übertrieben und sieht das Potenzial für eine Neubewertung in den kommenden Monaten.

Ebenfalls im Fokus: BMW kündigte an, über seine Beteiligungstochter BMW i Ventures 300 Millionen Dollar in KI-Start-ups zu investieren. Der neue dritte Risikokapitalfonds soll in junge Unternehmen in Nordamerika und Europa fließen und BMW Zugang zu Schlüsseltechnologien rund um Künstliche Intelligenz sichern. "Mit BMW i Ventures investieren wir gezielt in Technologien, die die Zukunft unserer Branche prägen", erklärte BMW-Vorstandschef Oliver Zipse.

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