Dax mit 20-Prozent-Plus: 2026 wird ein Jahr der Einzeltitel
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Der DAX geht mit Rückenwind ins Jahresende: Rund 20 Prozent Plus stehen kurz vor Ultimo 2025 zu Buche – trotz schwacher Konjunktur in Europa, China und teils auch den USA, trotz Handelsstreit, Ukrainekrieg, Inflationssorgen und hoher Staatsschulden. Der Indexanstieg wirkt deshalb vielen als Luftnummer. Der Blick auf die Einzeltitel relativiert das Bild: Im DAX laufen Gewinner und Verlierer weit auseinander, und genau diese Spreizung dürfte auch 2026 den Ton angeben.
Auf der Gewinnerseite stechen wenige klare Trendwerte heraus. Allianz profitiert vom höheren Zinsniveau und einer starken operativen Entwicklung in Versicherungen und Assetmanagement; die Aktie gilt als moderat bewertet und bleibt ein Favorit. Heidelberg Materials punktet mit stabilen Aussichten aus Infrastrukturbedarf und US-Geschäft, Siemens überzeugt mit robustem Aufwärtstrend und besseren Signalen aus dem Digitalgeschäft. Siemens Energy bleibt nach der extremen Rally ein Sonderfall: operativ verbessert, aber hoch bewertet – das Risiko längerer Korrekturen bleibt präsent. Auch die Deutsche Bank hat sich nach Jahren der Skepsis weit nach oben gearbeitet; entscheidend wird 2026, ob der Gewinnschub bestätigt wird.
Eine zweite Gruppe sind Überflieger, die nach Korrekturen wieder interessant werden könnten. Rheinmetall bleibt der Extremwert: Der Kurs ist seit Beginn des Ukrainekriegs explodiert, die Bewertung ist entsprechend ambitioniert. Gespräche über ein mögliches Kriegsende sorgten bereits für deutliche Rücksetzer, der Markt bleibt hier besonders headline-getrieben. SAP ringt seit 2025 mit einer Korrektur – Kernfrage bleibt, wie der Konzern seine Marktstellung im KI-Zeitalter ausbaut, während die Gewinnerwartungen weiter steigen. Airbus und MTU profitieren von Rüstung und Luftfahrt-Auftragsbeständen, während Versicherer wie Münchener Rück und Hannover Rück die Zinswende als strukturellen Rückenwind behalten. Bei der Deutschen Börse belasten zeitweise Zinsbewegungen und ein Kartellverfahren, fundamental trägt jedoch das breite Börsen- und Daten-Geschäft.
Im Mittelfeld stehen 2026-Wetten, bei denen die Trendentscheidung ansteht. Infineon wartet auf eine klarere Nachfragebelebung aus Auto- und Energietechnik, Qiagen auf neue Dynamik nach der Post-Corona-Delle. Adidas hat 2025 deutlich verloren, könnte aber mit Großereignissen wie WM und Winterspielen 2026 wieder Rückenwind bekommen. Daimler Truck bleibt konjunktursensibel und schwankungsanfällig, Siemens Healthineers kämpft mit Abspaltungs- und Zollthemen.
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Zur AktienanalyseAm unteren Ende liegen klassische Wende-Kandidaten: Volkswagen, BASF, Henkel, Brenntag, Merck, Vonovia oder Zalando – günstiger bewertet, aber abhängig von Konjunktur, Zinsen und Fortschritten beim Umbau. Kaufsignale sieht der Markt eher bei Comeback-Werten wie Bayer, Continental, BMW, Mercedes, E.On, RWE und DHL, die mit strategischen Schritten und verbesserten Gewinnaussichten alte Widerstände überwinden. Insgesamt bleibt das Bild für 2026 klar: nicht der DAX als Ganzes, sondern die Auswahl der richtigen Einzelwerte entscheidet.


