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DAX knackt neuen Rekord: Schwache US-Jobs beflügeln die Börsen

8. August 2026 3 Min
DAX knackt neuen Rekord: Schwache US-Jobs beflügeln die Börsen

Schwache US-Arbeitsmarktdaten haben am Freitag paradoxerweise für Kauflaune an den Börsen gesorgt. Denn enttäuschende Zahlen aus Washington bedeuten für Anleger eines: Die US-Notenbank Federal Reserve dürfte die Zinsen vorerst nicht weiter anheben – und das treibt die Kurse.

Der DAX schloss den Handelstag bei 26.319 Punkten und verzeichnete damit ein Tagesplus von 0,69 Prozent. Im Handelsverlauf markierte der deutsche Leitindex mit 26.445 Punkten sogar ein neues Allzeithoch. Bereits am Mittwoch hatte der Index mit 26.403 Punkten den dritten Rekordstand in Folge erreicht. Auf Wochensicht summieren sich die Gewinne auf starke 2,7 Prozent.

US-Arbeitsmarkt enttäuscht – Börsen jubeln

Der Auslöser für die Kursgewinne kam aus den USA: Das amerikanische Arbeitsministerium meldete, dass die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft im Juli um 23.000 Stellen gesunken ist. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Plus von 80.000 Stellen gerechnet. Zusätzlich wurden die Beschäftigungszahlen der beiden Vormonate um insgesamt 103.000 Stellen nach unten korrigiert.

Besonders aufhorchen ließ die Entwicklung bei den Löhnen: Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen lediglich um 0,1 Prozent – erwartet worden war ein Anstieg von 0,3 Prozent. Für die Fed ist diese Zahl von zentraler Bedeutung, da sie in der Lohnentwicklung einen der wichtigsten Inflationstreiber sieht. Einziger Lichtblick: Die Arbeitslosenquote sank von 4,2 auf 4,1 Prozent.

"Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli war in nahezu allen Belangen enttäuschend", kommentierte Volkswirt Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg. Für Börsianer ist das dennoch eine gute Nachricht: Eine geldpolitische Straffung in den USA rückt damit in weite Ferne. Der nachlassende Zinserhöhungsdruck drückte auch den US-Dollar, der rund 0,3 Prozent nachgab.

Wall Street ebenfalls im Plus – Nasdaq vorne

Auch an der Wall Street herrschte gute Stimmung. Alle großen Aktienindizes legten zu und näherten sich ihren bisherigen Rekordwerten. Besonders stark zeigte sich die zinssensitive Technologiebörse Nasdaq mit einem Plus von 1,2 Prozent – verständlich, denn niedrigere Zinsen machen Wachstumsaktien besonders attraktiv.

Starke Konjunkturdaten aus Deutschland

Positive Impulse kamen auch aus der Heimat: Die deutsche Industrieproduktion legte im Juni zum dritten Mal in Folge zu. Überraschend stark zeigte sich dabei ausgerechnet die krisengeplagte Automobilbranche, die einen wesentlichen Teil des Anstiegs ausmachte. Noch erfreulicher: Die deutschen Exporte kletterten im Juni auf einen Rekordwert von knapp 140 Milliarden Euro – der fünfte Anstieg in Folge. "Mit Ausnahme des Januars legten die Exporte im laufenden Jahr zu", betonte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank.

Allianz und Münchener Rück bestätigen Jahresziele

In der laufenden Bilanzsaison meldeten sich zwei Schwergewichte aus dem DAX zu Wort: Sowohl Allianz als auch Münchener Rück bestätigten ihre Jahresziele. Das Allianz-Papier hatte bereits am Vortag ein neues Rekordhoch markiert und konnte die Stimmung weiter stützen.

Weniger erfreulich war die Bilanz von Daimler Truck: Der Gewinn brach von 245 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf nur noch 128 Millionen Euro ein – trotz eines um fünf Prozent gestiegenen Umsatzes. Die Aktie bildete das Schlusslicht im DAX und gab deutlich nach. Dabei hatte das Papier erst vergangenen Montag mit knapp über 50 Euro den höchsten Stand seit der Abspaltung von Mercedes-Benz im Dezember 2021 erreicht.

Naher Osten bleibt im Blick

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten. Der eskalerende Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz im Jemen könnte eine Friedenslösung im Iran-Krieg erschweren. US-Präsident Donald Trump zeigte sich jedoch optimistisch und geht davon aus, dass der Konflikt "ziemlich bald" enden und eine Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus bevorstehen könnte. Der Ölpreis legte angesichts der Unsicherheiten leicht zu und notierte zuletzt bei rund 83 Dollar je Barrel – deutlich unter den Höchstständen von rund 100 Dollar.

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