ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

DAX gibt zum Wochenschluss nach – Trump-Zolldrohungen belasten

18. Januar 2026 3 Min

Der DAX hat die bemerkenswerte Handelswoche mit leichten Verlusten beendet. Der deutsche Leitindex schloss am Freitag 0,22 Prozent schwächer bei 25.297 Punkten. Nach einem langen seitwärts gerichteten Handel kam im späten Geschäft moderate Verkaufsneigung auf. Belastend wirkten erneute Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Ländern, die seine Besitzansprüche auf Grönland nicht unterstützen.

Trotz des verhaltenen Wochenschlusses blicken Anleger auf eine erfolgreiche Handelswoche zurück. Der DAX markierte bei 25.507 Punkten ein neues Rekordhoch. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex bereits mehr als drei Prozent zugelegt – ein beachtlicher Start ins neue Jahr.

Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung treibt Aktienkäufe

Die positive Grundstimmung am deutschen Aktienmarkt speist sich aus Erwartungen einer wirtschaftlichen Erholung. Nach zwei Rezessionsjahren in Folge wuchs die deutsche Wirtschaft 2024 um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ökonomen trauen Europas größter Volkswirtschaft im laufenden Jahr ein Wachstum von etwa einem Prozent zu. Diese Aussichten veranlassen Anleger, sich verstärkt mit deutschen Aktien einzudecken.

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, spricht aktuell von einer "Verschnaufpause". Nach dem ereignisreichen Jahresbeginn an den Krisenschauplätzen Venezuela, Grönland und Iran müssten die Kapitalmärkte diese geopolitischen Entwicklungen erst einmal verdauen. "Alles zusammen ließ die Aktienmärkte zunächst auf einen Konsolidierungspfad einschwenken", so Kater.

Wall Street zeigt sich uneinheitlich

Auch an der Wall Street herrschte zur Mittagszeit Ortszeit verhaltene Stimmung. Die großen US-Aktienindizes bewegten sich nahe ihrer Schlussstände vom Vortag und tendierten uneinheitlich. Die Technologiebörse Nasdaq konnte sich leicht ins Plus vorkämpfen.

Im Fokus der Anleger stehen derzeit Chip-Aktien. Der taiwanesische Halbleiterproduzent TSMC hatte am Donnerstag überraschend gute Quartalszahlen vorgelegt. Insgesamt erwarten Marktteilnehmer weiterhin eine durch den Boom um Künstliche Intelligenz (KI) getriebene hohe Chip-Nachfrage.

USA und Taiwan schließen strategisches Handelsabkommen

Um die Versorgung mit modernster Chip-Technologie zu sichern, haben die USA mit Taiwan ein bedeutendes Handelsabkommen geschlossen. Taiwanische Chip-Konzerne sollen mindestens 250 Milliarden Dollar in den USA investieren. Im Gegenzug fallen die US-Zölle für Waren aus Taiwan von 20 auf 15 Prozent.

Das Abkommen zielt darauf ab, die Lieferkette zu sichern und die Produktion schrittweise in die USA zu verlagern. Moderne Chips sind in unzähligen Produkten verbaut – von Smartphones über KI-Rechenzentren bis hin zu militärischen Anwendungen. Eine Versorgungskrise, beispielsweise aufgrund von Spannungen mit Peking um Taiwan, würde die Wirtschaft an einer ihrer empfindlichsten Stellen treffen.

Siemens Energy und RWE glänzen im DAX

Bei den Einzelwerten im DAX waren besonders Unternehmen gefragt, die von der Energiewende und dem KI-Ausbau profitieren. Die Aktien des Energietechnikkonzerns Siemens Energy gewannen als Tagessieger rund sechs Prozent. Auch das Versorgerpapier RWE setzte seinen guten Lauf fort und stieg um gut 1,4 Prozent. Den Anteilsscheinen kam zuletzt auch der Durchbruch beim geplanten Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland zugute.

Chemiewerte unter Druck

Aus Branchensicht gaben insbesondere Chemiewerte nach. Analysten von Barclays und JPMorgan zeigten sich skeptisch hinsichtlich einer starken Belebung der seit langem schwächelnden Branche. Brenntag und BASF gehörten zu den größten Verlierern im DAX.

Klöckner-Aktie schießt nach Übernahmeangebot in die Höhe

Die geplante Übernahme durch Worthington Steel kam bei den Aktionären von Klöckner & Co hervorragend an. Die Papiere des Stahl- und Metallverarbeiters schossen im SDAX um 28 Prozent nach oben. Der Wert der Transaktion beläuft sich insgesamt auf 2,1 Milliarden Euro. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen die Annahme des Angebots.

Analyst Thomas Schulte-Vorwick vom Bankhaus Metzler kommentierte, er erachte die Übernahme als strategisch sinnvoll wegen eines hohen Potenzials an operativen Synergien. Für Klöckner-Aktionäre bedeutet das Angebot einen attraktiven Ausstieg aus einem Unternehmen, das in den vergangenen Jahren unter schwierigen Marktbedingungen zu kämpfen hatte.

MarktberichtDAXBörseMärkteTagesschau

Disclaimer