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DAX gibt nach: Rekordlauf pausiert unter 25.300 Punkten

16. Januar 2026 2 Min

Der deutschen Leitindex DAX tritt nach seinem starken Jahresstart auf der Stelle. Im frühen Handel am Mittwoch rutschte der Index zeitweise unter die Marke von 25.300 Punkten und notiert aktuell bei 25.331 Zählern nahezu unverändert zum Vortag. Am Dienstag hatte der DAX noch 0,3 Prozent höher bei 25.352 Punkten geschlossen. Seit Jahresbeginn verbucht das deutsche Börsenbarometer ein Plus von etwas mehr als drei Prozent.

Positiv bleibt festzuhalten, dass das Allzeithoch bei 25.507 Punkten weiterhin in greifbarer Nähe liegt. Die Konsolidierung nach der jüngsten Rekordjagd kommt für Marktbeobachter nicht überraschend. Doch die entscheidende Frage lautet: Fehlen dem deutschen Aktienmarkt nun die Impulse für eine Fortsetzung der Rally?

Wirtschaftsausblick bleibt verhalten

Die Hoffnung auf eine deutliche Belebung der deutschen Konjunktur hatte den DAX zuletzt angetrieben. Doch wie nachhaltig ist diese Entwicklung? Nach zwei aufeinanderfolgenden Rezessionsjahren wuchs die deutsche Wirtschaft 2025 um magere 0,2 Prozent. Für das laufende Jahr trauen Ökonomen Europas größter Volkswirtschaft ein Wachstum von etwa einem Prozent zu. Einen spürbaren Aufschwung erwarten viele Experten allerdings erst ab 2027.

"Bei der Unternehmensaktivität lässt sowohl in Deutschland wie auch in Europa insgesamt der echte Aufschwung immer noch auf sich warten", erklärt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. "Zwar dürfte die Wirtschaft auch dank der gesunkenen EZB-Leitzinsen 2026 einen Tick besser als im Vorjahr laufen, aber von Optimismus sind wir noch weit entfernt."

Geopolitische Risiken werden ignoriert

Bemerkenswert ist, dass die lange Liste geopolitischer Krisen bislang kaum Spuren am Aktienmarkt hinterlässt. "Die Diskussionen um eine mögliche US-Angliederung Grönlands und die drohende US-Intervention im Iran werden bisher weitgehend ignoriert", beobachtet Frank Sohlleder, Analyst beim Broker ActivTrades.

Marktbeobachter fragen sich zunehmend besorgt, ob schwerwiegende politische oder militärische Eskalationen derzeit überhaupt in den Kursen eingepreist sind oder ob Anlegern hier ein böses Erwachen droht.

Charttechnischer Ausblick

Christian Zoller, Marktanalyst bei ING, sieht den DAX bei der Marke von 25.240 Punkten unterstützt. Sollte der Index darunter rutschen, steige die Wahrscheinlichkeit für eine sich ausweitende Korrektur bis auf 25.015 Punkte, so der Experte.

USA und Taiwan schließen Chip-Handelsabkommen

Um die Versorgung mit modernster Chip-Technologie zu sichern, haben die USA mit Taiwan ein weitreichendes Handelsabkommen geschlossen. Taiwanische Chip-Konzerne sollen mindestens 250 Milliarden Dollar in den USA investieren. Im Gegenzug fallen die US-Zölle für Waren aus Taiwan von 20 auf 15 Prozent.

Das Abkommen zielt darauf ab, die Lieferkette zu sichern und die Produktion schrittweise in die USA zu verlagern. Moderne Halbleiter sind in unzähligen Produkten verbaut – von Smartphones über KI-Rechenzentren bis hin zu militärischen Anwendungen. Eine Versorgungskrise, beispielsweise aufgrund von Spannungen zwischen den USA und China um Taiwan, würde die Wirtschaft an einer ihrer empfindlichsten Stellen treffen.

Klöckner-Aktie schießt nach oben

Die geplante Übernahme durch Worthington Steel kommt bei den Aktionären von Klöckner & Co hervorragend an. Die Papiere des Stahl- und Metallverarbeiters schießen im SDAX um fast 30 Prozent nach oben. Der Wert der Transaktion beläuft sich auf insgesamt 2,1 Milliarden Euro. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären die Annahme des Angebots.

Analyst Thomas Schulte-Vorwick vom Bankhaus Metzler kommentierte, er erachte die Übernahme als strategisch sinnvoll wegen eines hohen Potenzials an operativen Synergien.

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