DAX-Gewinne schmelzen dahin: Anleihenmarkt sendet Warnsignal

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte am Dienstag auf über 3,18 Prozent – das höchste Niveau seit 15 Jahren. Dieses Signal vom Anleihemarkt belastete die Stimmung an der Frankfurter Börse spürbar und verhinderte eine Fortsetzung der Montagsrally.
Dabei hatte der Tag zunächst vielversprechend begonnen. Berichte über einen möglicherweise abgewendeten US-Militärschlag gegen Iran sowie Hinweise auf diplomatische Annäherung zwischen Washington und Teheran hatten den DAX zeitweise um bis zu 1,5 Prozent nach oben getrieben. Doch im Verlauf des Handelstages verpuffte die Euphorie zusehends. Am Ende schloss der deutsche Leitindex mit einem mageren Plus von 0,4 Prozent bei 24.400 Punkten.
Der Grund für die Ernüchterung: Anleger zeigten sich skeptisch gegenüber den geopolitischen Meldungen – und das nicht nur in Frankfurt. Auch an der Wall Street wurden die angeblichen Fortschritte im Iran-Konflikt mit Zurückhaltung aufgenommen. Der Dow Jones gab bis zum frühen Abend rund ein halbes Prozent nach.
Die anhaltenden Kursverluste am Anleihemarkt sorgen seit mehreren Tagen für Unruhe. Steigende Renditen signalisieren wachsende Sorgen der Investoren über Inflation und ausufernde Staatsdefizite – ein Umfeld, das Aktien strukturell unter Druck setzen kann, weil festverzinsliche Anlagen als Alternative attraktiver werden.
Bei den Einzelwerten gab es dennoch klare Gewinner. Rheinmetall setzte seine jüngste Erholung fort und legte um starke 3,5 Prozent zu. Auch aus dem Technologiesektor kamen positive Signale: SAP, Nemetschek und Atoss Software verbuchten deutliche Kursgewinne. Offenbar nutzten Anleger die zuletzt gesehenen Rücksetzer bei Software-Titeln für Nachkäufe.
Auf der anderen Seite kam es bei einigen zuletzt gut gelaufenen Werten zu Gewinnmitnahmen. Chipkonzern Infineon verlor rund 2,5 Prozent. Besonders hart traf es SMA Solar: Die Aktie des Solartechnikunternehmens brach um mehr als neun Prozent ein – nachdem sich der Kurs im bisherigen Jahresverlauf bereits verdoppelt hatte. Solche Korrekturen nach starken Kursanstiegen sind aus Analystensicht keine Überraschung.
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Zur AktienanalyseEin politisches Thema des Tages blieb für Autoaktien ohne Wirkung: Die neue E-Auto-Förderung des Bundes trat in Kraft. Käufer von batteriebetriebenen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden können künftig Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro beantragen. Volkswagen, BMW und Mercedes konnten von dieser Nachricht jedoch nicht profitieren – die Kurse blieben weitgehend unbeeindruckt.
Für Aufsehen sorgte unterdessen eine Meldung aus dem Silicon Valley: Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, plant einem internen Dokument zufolge den Abbau von rund zehn Prozent seiner weltweiten Belegschaft. Inklusive Versetzungen und gestrichener offener Stellen sollen insgesamt etwa 20 Prozent der Belegschaft betroffen sein. Ende März beschäftigte Meta knapp 78.000 Mitarbeiter. Zusätzlich wurden 6.000 offene Stellen gestrichen. Die Entlassungen sollen bereits am Mittwoch ausgesprochen werden. Hintergrund ist eine strategische Neuausrichtung des Konzerns mit starkem Fokus auf Künstliche Intelligenz. Meta-Chef Mark Zuckerberg will den Konzern konsequent auf KI-Anwendungen trimmen.


