DAX fällt unter 24.600: SAP-Zahlen und Iran-Krise belasten
Der deutsche Leitindex DAX ist am heutigen Handelstag mit einem deutlichen Minus von 0,9 Prozent auf 24.588 Punkte gestartet. Bereits am Vortag hatte der Index 0,3 Prozent auf 24.822 Zähler verloren. Anleger zeigen sich angesichts geopolitischer Spannungen und gemischter Unternehmenszahlen zurückhaltend.
Geopolitische Risiken belasten die Märkte
Besondere Sorge bereitet den Investoren die Eskalation im Atomstreit zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump hat einen möglichen Militärschlag gegen das Land angedroht. "Eine militärische Intervention könnte die mühsam aufgebaute Stabilität im Handumdrehen zerstören und die Märkte auf eine weltweite Tauchfahrt schicken", warnt Frank Sohlleder von ActivTrades. Die rhetorische Eskalation lasse das geopolitische Risiko für den DAX massiv ansteigen.
Timo Emden von Emden-Research sieht den deutschen Leitindex für kurzfristige Stimmungsschwankungen anfällig: "Solange belastbare Signale zur geopolitischen Entwicklung ausbleiben, dürfte die Vorsicht an den Aktienmärkten anhalten."
SAP enttäuscht trotz Gewinnverdopplung
Hauptbelastung für den DAX ist heute die SAP-Aktie. Trotz einer beeindruckenden Gewinnverdopplung auf 7,5 Milliarden Euro zeigen sich Anleger enttäuscht. Der Grund: Das Wachstum der entscheidenden Cloud-Sparte schwächt sich ab, und der Auftragsbestand liegt unter den Erwartungen. Für Investoren zählt der Blick in die Zukunft mehr als vergangene Erfolge – entsprechend gibt die Aktie zum Handelsstart kräftig nach.
US-Notenbank hält Leitzins stabil
Von der US-Notenbank Federal Reserve kamen keine neuen Impulse. Wie erwartet beließ die Fed den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent unverändert. Nach drei Zinssenkungen in Folge war diese Pause an den Finanzmärkten bereits eingepreist. An den Terminmärkten rechnen Händler nicht vor Juni mit einer weiteren Zinssenkung – also erst nach dem Ende der Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell. Ein zweiter Zinsschritt könnte demnach noch im laufenden Jahr folgen.
Microsoft: Rekordinvestitionen sorgen für gemischte Reaktionen
Bei Microsoft zahlen sich die milliardenschweren Investitionen in neue Rechenzentren aus. Der Umsatz der Cloud-Sparte übersprang im abgelaufenen Quartal erstmals die Marke von 50 Milliarden Dollar, wie Finanzchefin Amy Hood mitteilte. Im Gesamtkonzern stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar, der operative Gewinn zog um rund ein Fünftel auf 38,3 Milliarden Dollar an.
Allerdings bereitet Anlegern der überraschend deutliche Anstieg der Investitionen Kopfzerbrechen: Im abgelaufenen Quartal stiegen diese um 66 Prozent auf ein Rekordhoch von 37,5 Milliarden Dollar.
Tesla: Erstmals Umsatzrückgang in der Firmengeschichte
Der US-Elektroautobauer Tesla meldete einen dramatischen Gewinneinbruch. Im vierten Quartal sank der Gewinn um 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 840 Millionen Dollar. Der Umsatz ging um 3,1 Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar zurück.
Besonders bemerkenswert: Auf das Gesamtjahr 2025 gesehen schrumpfte der Umsatz erstmals in der Unternehmensgeschichte. Mit 94,83 Milliarden Dollar lagen die Erlöse um drei Prozent unter dem Niveau des Vorjahres – ein deutliches Warnsignal für die weitere Entwicklung.
Meta verdoppelt KI-Investitionen
Die Facebook-Mutter Meta treibt die Entwicklung einer künstlichen Superintelligenz massiv voran. Das Unternehmen will seine Investitionen in KI-Rechenzentren 2026 auf 115 bis 135 Milliarden Dollar nahezu verdoppeln.
Die aktuellen Geschäftszahlen können sich sehen lassen: Im vergangenen Jahr legte der Konzernumsatz um 22 Prozent auf 200,97 Milliarden Dollar zu. Motor dieser Entwicklung waren erneut die Werbeeinnahmen, erläuterte Meta-Finanzchefin Susan Li. Der Gewinn kletterte auf knapp 23 Milliarden Dollar.
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Zur AktienanalyseDeutsche Bank mit Rekordgewinn – aber unter Ermittlungsdruck
Die Deutsche Bank hat 2025 einen Gewinnsprung auf Rekordniveau hingelegt. Mit gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern erzielte sie das bislang beste Vorsteuerergebnis ihrer Geschichte. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 6,1 Milliarden Euro.
Doch der Geschäftserfolg wird getrübt: Am Tag vor der Bilanzvorlage wurden erneute Ermittlungen gegen Verantwortliche und Mitarbeiter bekannt. Ermittler durchsuchten auf der Suche nach Beweisen unter anderem die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt und Geschäftsräume in Berlin. Die genauen Hintergründe der Ermittlungen wurden nicht im Detail kommuniziert.
Ausblick
Die Märkte bleiben in einem Spannungsfeld zwischen soliden Unternehmensergebnissen und erhöhten geopolitischen Risiken. Die Iran-Krise könnte in den kommenden Tagen weiterhin für Volatilität sorgen. Anleger dürften zunächst abwartend bleiben, bis sich die Lage klarer darstellt.


