DAX fällt unter 24.000 Punkte: Zölle und Iran belasten

Trumps neue Zolldrohungen gegen die EU und die anhaltende Spannungen am Persischen Golf haben den deutschen Aktienmarkt zum Monatsbeginn kräftig unter Druck gesetzt. Der DAX gab am Montag 1,2 Prozent nach und schloss bei 23.991 Punkten – damit rutschte der Leitindex erstmals seit Längerem wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Punkten. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein leichtes Plus von rund 0,6 Prozent stehen, nachdem der Index am vergangenen Donnerstag noch 1,4 Prozent zugelegt hatte.
Besonders schwer wiegen die neuen Handelskonflikte: US-Präsident Donald Trump kündigte am Freitag an, die Einfuhrzölle auf Autos und Lastwagen aus der EU noch in dieser Woche auf 25 Prozent anheben zu wollen. Als Begründung nannte er die bislang fehlende Ratifizierung des im vergangenen August vereinbarten Handelsabkommens, das Zölle von maximal 15 Prozent vorsieht. Für die ohnehin angeschlagene deutsche Automobilindustrie käme das zur Unzeit: Das ifo-Geschäftsklima für die Branche ist im April erneut gefallen. Aktien der großen Autobauer und Zulieferer verloren heute überdurchschnittlich stark.
Auch die Lage am Persischen Golf bleibt ein Belastungsfaktor. Die Friedensgespräche im Iran-Konflikt stocken weiterhin, und ein neuer Versuch der US-Marine, Schiffe durch die Straße von Hormus zu geleiten, birgt das Risiko einer weiteren Eskalation. Der Ölpreis hält sich entsprechend auf hohem Niveau: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am frühen Abend über 114 Dollar. Die von der OPEC+ für Juni beschlossene leichte Anhebung der Förderquoten verpuffte weitgehend wirkungslos, da die Straße von Hormus nach wie vor gesperrt ist.
Auch an der Wall Street herrschte zum Maibeginn keine Aufbruchsstimmung. Der Dow Jones verlor am frühen Abend rund 0,4 Prozent. Technologiewerte an der Nasdaq zeigten sich dagegen etwas widerstandsfähiger und konnten zunächst leicht zulegen.
Im Fokus stand heute auch die Commerzbank. Ihre Aktie verlor stärker als der Gesamtmarkt, nachdem die außerordentliche Hauptversammlung der italienischen UniCredit mit großer Mehrheit einer Kapitalerhöhung von bis zu 6,7 Milliarden Euro zugestimmt hat. Mit den neuen Aktien will UniCredit den Commerzbank-Aktionären ein Tauschangebot unterbreiten, das morgen offiziell veröffentlicht werden soll. Commerzbank-Vorstand, Betriebsrat und die Bundesregierung haben sich bislang klar gegen die Übernahme ausgesprochen.
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Zur AktienanalysePositive Nachrichten kamen hingegen von SAP. Der Walldorfer Softwarekonzern verstärkt sein KI-Portfolio mit zwei strategischen Zukäufen: SAP übernimmt das deutsche Unternehmen Prior Labs, das auf sogenannte Tabellarische Foundation Models (TFM) spezialisiert ist – KI-Modelle, die Zahlen, Tabellen und Statistiken besser verstehen sollen. In den kommenden vier Jahren will SAP mehr als eine Milliarde Euro in das Freiburger Unternehmen investieren und es zu einem weltweit führenden KI-Labor für strukturierte Daten ausbauen. Darüber hinaus plant SAP die Übernahme des US-Unternehmens Dremio, um SAP- und Nicht-SAP-Daten für den Einsatz von KI-Agenten zu integrieren. Kaufpreise nannte SAP in beiden Fällen nicht.
Ebenfalls zu beachten: Mehrere DAX-Titel wurden heute ex Dividende gehandelt, darunter BASF, Continental, RWE und Hella. Das bedeutet, dass der Dividendenanspruch für das abgelaufene Geschäftsjahr mit der heutigen Ausschüttung erloschen ist und sich dies entsprechend im Kursverlauf niederschlägt.


