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DAX fällt unter 24.000 Punkte

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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DAX fällt unter 24.000 Punkte

Handelspolitische Unsicherheiten haben den deutschen Aktienmarkt erneut belastet: Der DAX fiel unter die Marke von 24.000 Punkten und schloss gestern mit einem Minus von 0,77 Prozent bei 23.987 Zählern. Die Börsianer reagierten vor allem auf den unklaren Ausgang der Zollgespräche zwischen den USA und China, die auch gestern in London fortgesetzt wurden. Der Leitindex bewegte sich im Tagesverlauf nur in einer engen Spanne zwischen 23.964 und 24.168 Punkten. Bereits am Pfingstmontag hatte der DAX ein halbes Prozent verloren, nachdem er in der Vorwoche neue Rekordhochs erreicht hatte. Der MDAX der mittelgroßen Werte fiel mit einem Minus von 1,05 Prozent deutlicher auf 30.548 Punkte.

Die anhaltenden Verhandlungen zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten der Welt sorgten für Zurückhaltung bei den Investoren. Die USA und China rangen vor allem um den Umgang mit Seltenen Erden, die für zahlreiche Industriezweige von zentraler Bedeutung sind und zu 90 Prozent aus China stammen. Während die US-Regierung eine grundsätzliche Einigung anstrebt, äußerte sich China nicht zu Details der Gespräche. US-Präsident Donald Trump sprach von „guten Nachrichten“ aus London, ließ aber offen, wie es mit den Exportkontrollen weitergeht. Marktstrategen warnen, dass eine unbefriedigende Lösung in diesem Bereich die Aktienmärkte enttäuschen könnte.

Die weitere Entwicklung des DAX hängt somit stark vom Ausgang der Zollverhandlungen ab. Experten sehen zwar eine spürbare Motivation auf beiden Seiten, räumen aber ein, dass eine Einigung auf Details kurzfristig unwahrscheinlich sei. Nach der jüngsten Kursrally im DAX erscheint eine technische Korrektur aus markttechnischer Sicht überfällig und sogar gesund. Auch an der Wall Street zeigen sich Anleger zurückhaltend; die US-Indizes tendieren kaum verändert, während der S&P 500 leicht im Plus notiert.

Am Rentenmarkt richtet sich das Augenmerk auf die anstehenden US-Staatsanleihenauktionen in dieser Woche, die angesichts steigender Staatsverschuldung und Inflationsrisiken zu einem Stresstest für die Nachfrage werden könnten. Analysten warnen, dass Handelskonflikte und mögliche Steuermaßnahmen die Inflation anheizen und das globale Wachstum belasten könnten, was höhere Risikoaufschläge für US-Staatsanleihen nach sich ziehen würde.

Im Einzelwertbereich verzeichneten Rüstungstitel nach starken Kursgewinnen zuletzt deutliche Verluste. Rheinmetall büßte mehr als fünf Prozent ein, der MDAX-Wert Renk fiel nach einer Herabstufung durch die Bank of America sogar um über elf Prozent. Die Unsicherheit über Verteidigungsbudgets belastet den gesamten Sektor. Gewinner des gestrigen Tages waren dagegen die Aktien von Porsche, die nach einem positiven Analystenkommentar um 3,3 Prozent zulegten.

Personelle Veränderungen zeichnen sich bei der Deutschen Telekom ab: Der Chef der US-Tochter T-Mobile, Mike Sievert, plant offenbar seinen Rückzug, während Srini Gopalan als aussichtsreichster Nachfolger gilt. In der Finanzbranche positioniert sich Bundeskanzler Friedrich Merz gegen eine feindliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische Unicredit.

Im Automobilsektor setzen Daimler Truck und Toyota ihre geplante Fusion der asiatischen Lkw-Geschäfte fort. Die neue börsennotierte Holding soll im April 2026 in Tokio starten. Technologieunternehmen wie Kontron erhalten Großaufträge im Bereich Bahntechnik in Tschechien.

Im Bereich Künstliche Intelligenz gibt es eine bedeutende Entwicklung: OpenAI will künftig neben Microsoft auch die Cloud von Google nutzen, um den steigenden Rechenleistungsbedarf für ChatGPT zu decken. Damit erhält Google einen wichtigen Großkunden, obwohl die KI-Sparte des Konzerns durch diese Zusammenarbeit auch intern unter Druck geraten könnte. Apple bereitet sich unterdessen auf den Herbst vor und plant eine neue Software-Optik sowie KI-gestützte Funktionen, darunter Echtzeit-Übersetzungen bei Videoanrufen und eine erweiterte Google-Suche direkt vom Bildschirm aus.

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