DAX erholt sich vor Iran-USA-Verhandlungen trotz anhaltender Ölsorgen
Vorsichtiger Optimismus treibt die Märkte – doch die Straße von Hormus bleibt blockiert und die Ölpreise unter Druck.

Nach dem Rückschlag vom Vortag deutet sich für den deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss eine leichte Erholung an. Der Broker IG taxierte den DAX rund drei Stunden vor Handelsbeginn um 0,4 Prozent höher auf 23.895 Punkte. Händler zeigen sich vor den bevorstehenden Verhandlungen zwischen Iran und den USA vorsichtig optimistisch.
Die Realität am Ölmarkt zeichnet jedoch ein anderes Bild. Die Straße von Hormus bleibt weiterhin blockiert, sodass Öl über diesen strategisch wichtigen Handelsweg kaum transportiert werden kann. Zudem werfen sich alle beteiligten Parteien gegenseitig vor, die am Wochenende vereinbarte Waffenruhe zu brechen. Trotz dieser angespannten Lage dominiert das Prinzip Hoffnung – Öl der Nordseesorte Brent notiert bei knapp über 96 Dollar je Barrel und hält sich damit stabil.
Asiatische Börsen mit deutlichen Gewinnen
In Asien überwiegen die positiven Vorzeichen. Der japanische Nikkei-Index legte um 1,5 Prozent zu, während Aktien an der Shanghaier Börse im Schnitt um 0,8 Prozent stiegen. In Tokio rückte zudem der Einzelhandelskonzern Fast Retailing – Muttergesellschaft der Modekette Uniqlo – nach Vorlage seiner Bilanzzahlen auf ein neues Rekordhoch.
Auch die US-Börsen profitierten am Donnerstag von der Hoffnung auf eine friedliche Lösung des seit sechs Wochen andauernden Nahost-Konflikts. Der Dow Jones schloss 0,6 Prozent höher bei 48.184 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann ebenfalls 0,6 Prozent, der technologielastige Nasdaq legte um 0,8 Prozent zu.
US-Inflationsdaten im Fokus der Anleger
Am heutigen Freitag richtet sich der Blick der Märkte auf den offiziellen US-Inflationsbericht für März. Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets, betonte, dass Teuerungsraten und die Zinspolitik der US-Notenbank die Weichen für den weiteren Börsenverlauf stellen. Die am Mittwochabend veröffentlichten Protokolle der vergangenen Fed-Sitzung zeigten, dass eine wachsende Zahl von Mitgliedern eine weitere Zinserhöhung zur Inflationsbekämpfung für notwendig halten könnte.
Bei den Einzelwerten sorgte Amazon für die größte Aufmerksamkeit. Die Aktie des Online-Giganten sprang um knapp 5,5 Prozent nach oben, nachdem Konzernchef Andy Jassy bekanntgab, dass die KI-Dienste in der Cloud-Sparte bereits einen Jahresumsatz von mehr als 15 Milliarden Dollar erzielen. Beim Vermögensverwalter Pursche hieß es dazu: „Viele Leute zweifeln an den potenziellen positiven Auswirkungen von KI, und ich denke, Amazon hat gezeigt, dass sich diese positiven Erträge viel schneller einstellen können als von den meisten erwartet."
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Zur AktienanalyseÜbernahmegerüchte beflügeln Brown-Forman
Für Gesprächsstoff sorgte auch der Spirituosenkonzern Brown-Forman, Muttergesellschaft der Whiskey-Marke Jack Daniel's. Aktien des Unternehmens verzeichneten einen deutlichen Kurssprung, nachdem Gerüchte laut wurden, dass das Unternehmen Sazerak Interesse an einer Übernahme zeigen soll. Eigentlich befindet sich Brown-Forman bereits in Gesprächen mit dem französischen Konkurrenten Pernod-Ricard – die Übernahmespekulationen verleihen der Aktie damit gleich von zwei Seiten Auftrieb.


