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Dax erholt sich auf 24.000 Punkte – Ölpreise geben nach

Hoffnung auf Iran-Diplomatie beflügelt den deutschen Leitindex, während Brent und WTI deutlich unter Druck geraten.

Dax erholt sich auf 24.000 Punkte – Ölpreise geben nach

Der Deutsche Aktienindex hat sich am Dienstagnachmittag eindrucksvoll von seinem schwachen Wochenauftakt erholt. Der DAX legte um 1,1 Prozent auf 24.024 Punkte zu – angetrieben von neuer Zuversicht rund um den Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Zuvor hatten gescheiterte Friedensverhandlungen am Wochenende die Stimmung an den Märkten belastet.

Auch die übrigen europäischen Indizes zogen mit: Der MDax, der die mittelgroßen deutschen Börsenunternehmen abbildet, gewann 1,22 Prozent auf 30.619 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verbuchte ein Plus von knapp 1,2 Prozent.

Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sieht in der Bereitschaft beider Seiten zu weiteren Gesprächen ein positives Signal: „Die Chance auf ein Ende der militärischen Auseinandersetzungen" bestehe, so Altmann. Ein mögliches Friedensabkommen würde zudem die Straße von Hormus wieder öffnen – einen für die Weltwirtschaft zentralen Schifffahrtsweg.

Stahlwerte profitieren von EU-Schutzmaßnahmen

Besonders stark zeigten sich am Dienstag die Stahlwerte. Salzgitter-Aktien sprangen um rund sechs Prozent nach oben, ThyssenKrupp verteuerte sich um gut vier Prozent. Hintergrund: Die Europäische Union hat sich vorläufig darauf geeinigt, Stahlimporte nahezu zu halbieren und Zölle von 50 Prozent auf überschüssige Lieferungen zu erheben. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die europäische Stahlindustrie vor Überproduktion aus Drittländern zu schützen.

Ölpreise fallen deutlich – Brent und WTI unter Druck

Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt drückt spürbar auf die Ölpreise. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um knapp 1,5 Prozent, das US-Leichtöl WTI gab sogar rund drei Prozent nach – auf 96,50 beziehungsweise 95,69 Dollar je Barrel. Damit notieren beide Sorten wieder deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag erklärt, der Iran wolle eine Einigung erzielen. Analyst Tim Waterer von KCM Trade kommentierte: „Trotz des Scheiterns der Friedensgespräche in Pakistan am Wochenende ist es Trump gelungen, den Preisauftrieb beim Öl wieder zu bremsen, indem er ein mögliches Abkommen in Aussicht stellte."

Am Montag noch hatte die Lage ganz anders ausgesehen: Brent war um mehr als vier Prozent gestiegen, WTI um fast drei Prozent – nachdem das US-Militär mit einer Blockade iranischer Häfen begonnen hatte. Die US-Streitkräfte teilten mit, ihre Blockade der Straße von Hormus werde sich nach Osten bis zum Golf von Oman und zum Arabischen Meer ausdehnen. Der Iran drohte daraufhin mit Angriffen auf Häfen in den Anrainerstaaten des Persischen Golfs.

Angesichts der Eskalation riefen der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Internationale Energieagentur (IEA) die Staatengemeinschaft dazu auf, das Horten von Energievorräten und Exportbeschränkungen zu vermeiden. Die drei Institutionen bezeichneten die Lage als den größten Schock für den globalen Energiemarkt.

Asiatische Börsen mit deutlichen Gewinnen

Bereits vor dem europäischen Handelsbeginn hatten die asiatischen Märkte positiv auf die Hoffnung auf einen Iran-Deal reagiert. Der japanische Nikkei-225 legte um 2,4 Prozent auf 57.849,02 Punkte zu, der breiter gefasste Topix stieg um 1,0 Prozent auf 3.760,65 Zähler. Die Börse Shanghai gewann 0,5 Prozent auf 4.007,76 Punkte, der kombinierte Index der wichtigsten Unternehmen aus Shanghai und Shenzhen kletterte um 0,9 Prozent auf 4.686,02 Punkte.

Im asiatischen Devisenhandel gab der US-Dollar leicht nach: Er verlor 0,2 Prozent auf 159,17 Yen und 0,2 Prozent auf 6,8182 Yuan. Gegenüber dem Schweizer Franken legte er leicht auf 0,7834 Franken zu. Der Euro blieb mit 1,1759 Dollar nahezu unverändert.

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