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DAX durchbricht 25.000er-Marke – fünf Rekorde in fünf Tagen

• 3 Min

Der DAX hat zum Jahresauftakt 2025 eine beeindruckende Rallye hingelegt: Fünf Handelstage, fünf neue Allzeithochs. Am Freitag kletterte der deutsche Leitindex in der Spitze um knapp ein halbes Prozent auf 25.281 Punkte. Zum Handelsschluss notierte das Börsenbarometer bei 25.261 Zählern – ein Wochenplus von rund drei Prozent.

Besonders bemerkenswert: Am Mittwoch hatte der DAX erstmals die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke übersprungen. Bereits zu Beginn der Woche war der Index täglich mit neuen Höchstständen in den Handel gestartet. Damit beendete der DAX seine Rekordpause aus dem letzten Quartal 2024 eindrucksvoll.

Drei Treiber für die DAX-Rallye

Jochen Stanzl, Chefmarktstratege der Consors-Bank, identifiziert drei wesentliche Gründe für den Kursanstieg: "Der DAX steigt aus drei Gründen", schreibt Stanzl. Erstens die Erleichterung darüber, dass die Venezuela-Krise nicht zu einem militärischen Konflikt eskalierte. Zweitens die Aussicht auf mittelfristig sinkende Ölpreise. Drittens beobachtet er "die neue Lust der Anleger auf Aktien außerhalb der USA".

Zusätzlichen Rückenwind erhielt der DAX durch die Einigung auf das Mercosur-Abkommen zwischen der Europäischen Union und den vier südamerikanischen Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Mit diesem Handelsabkommen entsteht eine der weltweit größten Freihandelszonen – ein positives Signal für exportorientierte deutsche Unternehmen.

US-Arbeitsmarkt sendet gemischte Signale

Aus den USA kamen zum Wochenausklang durchwachsene Konjunkturdaten. Die Beschäftigungszahlen stiegen Ende 2024 schwächer als von Ökonomen erwartet, während die Arbeitslosenquote leicht zurückging. Diese gemischten Signale dürften die Diskussion über das Tempo weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank befeuern.

Zugleich richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Neubesetzung des Fed-Vorsitzes, da die Amtszeit von Jerome Powell im Mai endet. Die Personalie könnte erheblichen Einfluss auf die künftige Geldpolitik und damit auf die internationalen Aktienmärkte haben.

Experten mahnen zur Vorsicht

Trotz der Rekordjagd mehren sich mahnende Stimmen. Frank Sohlleder, Analyst beim Broker ActivTrades, warnt: "Die Anleger sollten trotz der glänzenden Fassade an der Börse die Warnlampen nicht gänzlich ignorieren." Zwar zeige der DAX noch keine Anzeichen von Schwäche, doch viele Investoren teilten die Einschätzung: "Zum Verkaufen noch zu früh, für einen massiven Neueinstieg vielleicht schon etwas spät."

Diese Vorsicht ist angesichts der rasanten Kursgewinne nachvollziehbar. Nach einer starken Rally stellt sich stets die Frage, wie viel Potenzial noch im Markt steckt und wann eine Konsolidierung ansteht.

Ölpreise drehen wieder nach oben

Am Ölmarkt hat sich die Hoffnung auf dauerhaft günstigere Preise als verfrüht erwiesen. Nach dem US-Militärangriff auf Venezuela waren die Notierungen zunächst gefallen, doch inzwischen verteuert sich Rohöl wieder deutlich. Die Preise für Brent und WTI legten am Freitag um gut ein beziehungsweise fast zwei Prozent zu auf 63,71 und 59,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Bereits am Vortag hatte Öl um mehr als drei Prozent zugelegt.

Geopolitische Risiken treiben die seit Längerem schwächelnden Ölpreise wieder an. US-Präsident Donald Trump richtete nach dem Venezuela-Angriff auch Drohungen in Richtung Iran. Im Dezember brach dort die größte Protestwelle seit drei Jahren aus, ausgelöst durch die kriselnde Wirtschaft, galoppierende Inflation und Einschränkungen politischer und sozialer Freiheiten.

Der Iran bleibt trotz aller Sanktionen ein wichtiger Ölproduzent für den Weltmarkt. Instabilität in der Region könnte nach Einschätzung von Analysten die Ölproduktion im Mittleren Osten gefährden und die Preise weiter nach oben treiben.

Deutsche Industrie mit Lichtblicken

Positive Signale kommen aus der deutschen Industrie. Im November stieg die Produktion von Industrie, Bau und Energieversorgern überraschend den dritten Monat in Folge – vor allem dank starker Zuwächse in der Automobilbranche. Ökonomen sehen darin deutliche Signale, dass die deutsche Wirtschaft im neuen Jahr wieder Fahrt aufnehmen könnte.

Allerdings gibt es auch Dämpfer: Die Exportdaten enttäuschten viele Volkswirte. Besonders im wichtigen Geschäft mit den USA mussten deutsche Exporteure starke Rückgänge hinnehmen. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, ordnet ein: "Die positive Entwicklung der Produktion gleicht lediglich die Delle vom Sommer aus. Ein deutlicher Aufschwung zeichnet sich noch nicht ab."

Fazit für Anleger

Der DAX hat zum Jahresauftakt eine beeindruckende Performance gezeigt und die Marke von 25.000 Punkten nachhaltig überschritten. Die Kombination aus nachlassenden geopolitischen Spannungen, dem Mercosur-Handelsabkommen und ersten Erholungssignalen aus der deutschen Industrie stützt die positive Stimmung.

Anleger sollten jedoch die mahnenden Worte der Experten nicht ignorieren. Nach fünf Rekordtagen in Folge ist eine gewisse Vorsicht angebracht. Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich von der US-Geldpolitik, der Ölpreisentwicklung und der Erholung der deutschen Wirtschaft abhängen. Eine ausgewogene Portfoliostruktur bleibt in diesem Umfeld wichtiger denn je.

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