DAX durchbricht 25.000-Punkte-Marke – Siemens auf Rekordjagd
Der deutsche Leitindex DAX hat am Mittwoch seine beeindruckende Rekordjagd fortgesetzt und erstmals die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten überschritten. Bereits im frühen Handel kletterte der Index auf ein neues Allzeithoch von 25.035 Punkten – nachdem am Vortag zur nächsten Tausendermarke noch gut 30 Punkte gefehlt hatten.
Die anhaltende Kauflaune der Anleger zeigt sich bemerkenswert robust gegenüber den jüngst wieder gestiegenen geopolitischen Risiken. Weder die US-Militäraktion im ölreichen Venezuela noch die ungelöste Ukraine-Krise können die positive Stimmung an den Märkten derzeit trüben. Im Gegenteil: Die Aussicht auf sinkende Ölpreise weckt neue Fantasie bei Investoren. Günstigeres Öl würde nicht nur die Weltwirtschaft entlasten, sondern könnte auch den Inflationsdruck mindern und weiteren Zinssenkungen der Notenbanken den Weg ebnen.
Globale Ausrichtung kompensiert schwache Inlandskonjunktur
Auf den ersten Blick scheint die DAX-Rally im Widerspruch zur schwachen deutschen Konjunktur zu stehen. Im internationalen Vergleich hinkt die Bundesrepublik wirtschaftlich weiterhin hinterher. Doch die 40 im Leitindex gelisteten Konzerne sind überwiegend global aufgestellt und erwirtschaften den Großteil ihrer Umsätze im Ausland – ein entscheidender Vorteil in der aktuellen Situation.
Zudem dürfte der deutsche Aktienmarkt bereits positive Impulse aus dem angekündigten 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der Bundesregierung einpreisen. Das über neue Schulden finanzierte Paket soll massive Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung ermöglichen. Die Börse nimmt diese Entwicklung traditionell vorweg.
Rückenwind von der Wall Street
Kräftige Unterstützung kommt von der Wall Street. Nach einem verhaltenen Start hatte sich am Vortag auch dort eine positive Stimmung durchgesetzt. Sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 markierten neue Rekordhochs. Der US-Leitindex Dow Jones legte knapp ein Prozent auf 49.462 Punkte zu und nimmt nun die runde Marke von 50.000 Punkten ins Visier.
Die Erwartung weiterer Zinssenkungen in den USA befeuert die Kauflaune zusätzlich. Händler blicken mit Spannung auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht, der wichtige Hinweise auf die weitere Geldpolitik der Federal Reserve liefern könnte.
Siemens profitiert von Nvidia-Partnerschaft
Zu den größten Gewinnern im DAX zählt die Siemens-Aktie, die im Tagesverlauf ein neues Rekordhoch bei 253,10 Euro erreichte. Das im Leitindex schwer gewichtete Papier profitiert von der angekündigten Zusammenarbeit mit KI-Marktführer Nvidia.
Bei der Eröffnung der Technikmesse CES kündigten Siemens-Chef Roland Busch und Nvidia-CEO Jensen Huang gemeinsam mehrere Initiativen an. Ziel ist es, Künstliche Intelligenz nicht nur bei der Simulation von Arbeitsabläufen und Designveränderungen einzusetzen, sondern den KI-Einsatz verstärkt in die physische Realität zu bringen. "Wir stehen am Anfang einer neuen industriellen Revolution", betonte Huang in seiner Keynote.
Bayer klagt gegen Corona-Impfstoffhersteller
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Zur AktienanalyseDeutlich im Plus notiert auch die Bayer-Aktie. Ein positiver Analystenkommentar von Barclays treibt das Papier an – die Bank stufte die Aktie von "Equal-Weight" auf "Overweight" hoch.
Zusätzlich sorgt eine Patenklage für Aufmerksamkeit: Bayer hat die Corona-Impfstoffhersteller Pfizer, BioNTech und Moderna wegen angeblicher Patentverletzungen bei ihren mRNA-Vakzinen verklagt. Nach Darstellung des Leverkusener Konzerns sollen die Hersteller eine Technologie kopiert haben, die Bayers Tochter Monsanto bereits in den 1980er-Jahren zum Patent angemeldet hatte. Dabei geht es um ein Verfahren zur Stabilisierung des genetischen Materials mRNA, das Monsanto ursprünglich für die Entwicklung widerstandsfähigerer Nutzpflanzen entwickelte.
Ausblick
Die Märkte befinden sich weiterhin in einer optimistischen Grundstimmung. Anleger setzen auf eine Kombination aus möglichen Zinssenkungen, staatlichen Investitionsprogrammen und technologischen Durchbrüchen im KI-Bereich. Der Freitag dürfte mit dem US-Arbeitsmarktbericht einen wichtigen Stimmungstest bringen.


