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DAX auf Rekordhoch: Märkte trotzen Geopolitik und Klimakrise

Globale Finanzmärkte erreichen historische Hochs – doch Dürre, Inflation und geopolitische Spannungen trüben den Ausblick erheblich.

5. August 2026 3 Min
DAX auf Rekordhoch: Märkte trotzen Geopolitik und Klimakrise

Der DAX notiert auf einem Allzeithoch, ebenso wie die großen US-Indizes Dow Jones und S&P 500. Starke Unternehmensgewinne und Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt treiben die Kurse. Doch Techniker warnen bereits vor einer möglichen Erschöpfung der Aufwärtsbewegung.

Analysten von Investing.com verweisen auf besorgniserregende Signale: Der Relative Strength Index (RSI) des DAX liegt bei 77, der Money Flow Index (MFI) bei 84 – beides extreme Überkauft-Signale. Ein sogenanntes „Shooting Star"-Kerzenmuster und rückläufiges Handelsvolumen deuten auf nachlassende Überzeugung hin. Als kritische Unterstützungszone gilt das Niveau von 25.950 Punkten. Fällt der Index unter 25.907 Punkte, erwarten Analysten eine Korrektur in Richtung des 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement-Levels bei 25.728 Punkten.

Starke US-Zahlen, gemischte europäische Ergebnisse

In den USA profitieren Nasdaq und S&P 500 von der anhaltend starken Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Die Aktie von Caterpillar zählt zu den wichtigsten Treibern des Dow Jones und spiegelt die industrielle Nachfrage nach Rechenzentrumsbauten wider. Boeing erhielt derweil die FAA-Zertifizierung für den 737 MAX 7 – ein wichtiger Meilenstein für den Konzern, der weiterhin mit Qualitätsproblemen und finanziellem Druck kämpft. Besonders auffällig: Palantir meldete einen Umsatzanstieg von 93 Prozent und unterstreicht damit die massive Kapitalallokation in KI-gestützte Verteidigungssoftware.

In Europa präsentiert sich das Bild uneinheitlich. Vonovia verzeichnete einen Anstieg der Immobilienbewertungen um 1,5 Prozent, kämpft aber weiterhin mit hohen Schulden und steigenden Finanzierungskosten. Continental übertraf beim EBIT die Erwartungen, enttäuschte Anleger jedoch mit einem konservativen Ausblick – die Aktie gab nach. Fresenius hob seine Jahresprognose an, während AstraZeneca-Aktien nach Berichten über mögliche Fusionsgespräche mit Bristol Myers Squibb deutlich unter Druck gerieten.

Rekordniedrige Wasserstände bedrohen Deutschlands Wirtschaft

Europa steht vor einer akuten Umweltkrise: Extreme Dürrebedingungen haben zu historisch niedrigen Wasserständen in Rhein und Donau geführt. Am Engpass Kaub sank der Rheinpegel auf 24 Zentimeter – den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Die Folge sind massive Störungen im Güterverkehr und in industriellen Lieferketten. Ökonomen schätzen, dass dies das deutsche BIP im dritten Quartal um 0,2 Prozent drücken könnte – ein Verlust von mehreren Milliarden Euro an Wertschöpfung.

Besonders betroffen ist der Energiesektor. In Rumänien setzten Seestreitkräfte Unterwassersprengstoff ein, um Flussbetten freizulegen und die Wasserversorgung des Kernkraftwerks Cernavoda zu sichern. Auch Kern- und Wasserkraftwerke in Ungarn, Serbien und Frankreich mussten ihre Produktion drosseln. Analysten von Goldman Sachs und der Financial Times warnen, dass diese Entwicklungen den Inflationsdruck verschärfen und die industrielle Produktivität gefährden.

Seltene Erden aus Sachsen und Fusionsenergie aus Japan

Trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen gibt es strategische Fortschritte bei der Ressourcenautonomie. Das Startup Hades hat eine Explorationslizenz für das Seltene-Erden-Projekt Storkwitz in Sachsen erhalten. Das Vorkommen wird auf 38.000 Tonnen Seltene-Erden-Oxide geschätzt und ist ein wichtiger Schritt zur Reduzierung der europäischen Abhängigkeit von chinesischen Importen – im Einklang mit dem EU-Gesetz über kritische Rohstoffe. Hades plant den Einsatz einer proprietären Laserbohrtechnologie namens „Cerberus", die die Kosten um 50 Prozent senken soll.

Gleichzeitig expandiert GreenX Metals in Grönland und zielt auf Gold und kritische Mineralien ab. Japan wiederum beschleunigt seine Fusionsenergiebranche: Startups wie Starlight Engine suchen Milliarden an staatlicher Förderung, um die Abhängigkeit von nahöstlichem Öl zu reduzieren.

EZB unter Druck, Rentenalter umstritten

Der jüngste Rückgang des Ölpreises unter 80 US-Dollar je Barrel – getrieben von Hoffnungen auf US-Iran-Diplomatie – hat die globalen Märkte vorübergehend entlastet und die Erwartungen an aggressive Zinserhöhungen gedämpft. Dennoch steht die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck: Die Gesamtinflation in der Eurozone liegt weiterhin bei 2,9 Prozent. Die Märkte preisen derzeit eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte für September ein. Anleger warten gespannt auf die kommenden Eurozone-PMI-Daten und Einzelhandelsumsätze, um zu beurteilen, ob die Wirtschaftsaktivität ausreichend nachlässt, um einen Kurswechsel der EZB zu rechtfertigen.

In Deutschland sorgt unterdessen die geplante Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre für erheblichen Widerstand. Besonders Beschäftigte in körperlich anspruchsvollen Berufen wie dem Baugewerbe lehnen die Verlängerung ab. Die Gewerkschaft IG BAU fordert, das Rentenalter an die Intensität der Arbeit zu knüpfen statt eine pauschale Altersgrenze festzulegen – ein wachsender Konflikt zwischen demografischer Politik und der Realität der Arbeitswelt.

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