DAX auf Rekordhoch 26.504 Punkte – Friedenshoffnung im Iran-Konflikt

Ein überraschender Kommentar aus Pakistan hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag beflügelt: Der Verteidigungsminister des Landes erklärte, die Signale der vergangenen Tage deuteten darauf hin, dass die USA und Iran kurz vor einer Art Einigung stünden. Diese Aussage genügte, um den DAX aus seiner Mittagsruhe zu reißen und auf ein neues Allzeithoch von 26.504 Punkten zu katapultieren.
Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex bei 26.391 Punkten – ein Tagesplus von 0,26 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 26.323 Punkten. Marktexperte Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht den starken DAX dabei nicht allein durch geopolitische Hoffnungen getrieben: Auch die laufende Berichtssaison habe positiv überrascht. Trotz hoher Energiepreise hätten die DAX-Unternehmen ein beachtliches Gewinnwachstum erzielt.
Die Friedenshoffnung drückte zugleich auf die Ölpreise: Die deutlichen Gewinne aus dem Frühhandel wurden zeitweise vollständig abgegeben. Am frühen Abend kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 88,70 Dollar. Auch an der Wall Street sorgte die Stimmungsaufhellung für einen stabilen Start – sowohl Dow Jones als auch Nasdaq 100 lagen anfänglich rund 0,1 Prozent im Plus.
Für Schlagzeilen sorgte unterdessen ein bevorstehender Börsengang in China: Der Hersteller humanoider Roboter Unitree verzeichnete an der Shanghaier Börse eine geradezu spektakuläre Nachfrage. Die für Privatanleger reservierte Aktientranche ist rund 8.300-mal überzeichnet – ein Zeichen für das enorme Interesse an Robotik-Technologie.
Im Bereich Künstliche Intelligenz setzt Nvidia einen weiteren Meilenstein: Der US-Chipriese will gemeinsam mit sechs großen Finanzinstituten mehr als 500 Milliarden Dollar für den Ausbau der KI-Infrastruktur mobilisieren. Geplant ist, in großem Stil Investorengelder für Fonds zum Aufbau von Rechenzentren zu gewinnen, die mit Nvidia-Chipsystemen ausgestattet werden. Mit dabei sind Branchenschwergewichte wie Goldman Sachs, Apollo, Blackrock und KKR. Der genaue Zeitrahmen für die Kapitalbeschaffung ist noch offen.
Herbe Verluste musste dagegen der Wind- und Solarparkentwickler PNE hinnehmen: Die Aktie brach um fast 20 Prozent ein. Laut einem Bericht des Handelsblatts steht nun das gesamte Unternehmen aus Cuxhaven zum Verkauf – ursprünglich sollte nur ein Teilbereich veräußert werden. Das Problem: Bisherige Kaufangebote lagen unterhalb des aktuellen Börsenkurses. Ob sich letztlich ein Käufer findet, ist derzeit offen.
Ein anderes Problem beschäftigt die deutsche Industrie: Das Niedrigwasser im Rhein zwingt Unternehmen zu Produktionskürzungen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt vor spürbaren wirtschaftlichen Folgen. Chemiekonzern Covestro meldete bereits erste Einschränkungen: Rohstoff- und Warenverkehr seien erheblich beeinträchtigt, was sich auf die Produktion einzelner Betriebe und die Lieferung bestimmter Produkte auswirke.
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Zur AktienanalyseIm Bereich der Indexveränderungen zieht der Bremer Raumfahrtkonzern OHB am Donnerstag in den Kleinwerteindex SDAX ein. Das Familienunternehmen ersetzt dort den Stahlhändler Klöckner & Co. (KlöCo), der sich auf den Börsenabschied vorbereitet. Der US-Konzern Worthington Steel hatte sich im Frühjahr knapp 62 Prozent an KlöCo gesichert; bis Mittwoch läuft noch ein Pflichtangebot zur vollständigen Übernahme.
Medienkonzern RTL kämpft weiterhin mit der TV-Werbeflaute, profitiert aber von seinem wachsenden Streaming-Geschäft. Im ersten Halbjahr stieg der Konzernumsatz um rund vier Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) legte überproportional um fast die Hälfte auf 239 Millionen Euro zu. Die Umsatzprognose für 2026 wurde infolge der im Juni abgeschlossenen Übernahme von Sky Deutschland angehoben – die Ergebnisprognose blieb jedoch unverändert.


