Date-flation: Millennials geben durchschnittlich 252 Dollar pro Date aus
Eine neue BMO-Studie zeigt: Dating in Amerika wird teurer – und soziale Medien diskutieren das Phänomen „Date-flation" heiß.

Inflation trifft nicht nur den Supermarkt oder die Tankstelle – sie hat längst auch das Liebesleben der Amerikaner erreicht. Laut dem BMO Real Financial Progress Index 2026 der BMO Financial Group geben Millennials im Durchschnitt 252 Dollar für ein einziges Date aus. Diese Zahl sorgt in den sozialen Medien für hitzige Debatten rund um das Schlagwort „Date-flation".
Die durchschnittlichen Gesamtausgaben für ein Date in Amerika – inklusive Vorbereitungen wie Friseurbesuche, Benzinkosten und die eigentlichen Ausgaben für das Date – sind laut BMO auf 189 Dollar gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit übertrifft die „Date-flation" die allgemeine Inflationsrate von 2,7 Prozent im gleichen Zeitraum deutlich.
Millennials verzeichneten dabei generationsübergreifend die höchsten durchschnittlichen Kosten pro Date sowie den stärksten Anstieg im Jahresvergleich. Für die Studie befragte BMO zwischen Ende Dezember und Januar 2.501 erwachsene Amerikaner. Seitdem hat sich die Lage weiter verschärft: Der US-Verbraucherpreisindex stieg im April 2026 im Jahresvergleich um 3,8 Prozent, wie Daten des Bureau of Labor Statistics zeigen.
Weniger Dates, mehr Kompromisse
Die steigenden Kosten hinterlassen deutliche Spuren im Alltag der Datenden. Die Hälfte der Amerikaner, die daten oder offen für Verabredungen sind, gab an, aufgrund von Inflation oder hohen Lebenshaltungskosten entweder weniger Dates zu vereinbaren oder auf günstigere Aktivitäten auszuweichen. Mehr als vier von zehn Befragten (44 Prozent) erklärten, ihre Dating-Pläne aus finanziellen Gründen geändert oder angepasst zu haben.
Auch die schiere Anzahl der Dates sinkt messbar. Der durchschnittliche Amerikaner, der Verabredungen wahrnahm, gab an, im vergangenen Jahr rund 12-mal ausgegangen zu sein – verglichen mit etwa 14-mal im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang von rund 14 Prozent innerhalb eines Jahres.
Wer zahlt? Geschlechtsspezifische Erwartungen prallen aufeinander
Die höheren Preise verkomplizieren zudem eine der ältesten Fragen beim Dating: Wer zahlt die Rechnung? BMO stellte zu Beginn einer Beziehung deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern fest. Fast drei von vier Männern (71 Prozent) gaben an, dass sie erwarten, anfangs alles für ein Date zu bezahlen. Unter den Frauen hingegen sagten 52 Prozent, dass sie eine relativ gleichmäßige Kostenaufteilung erwarten, während 38 Prozent davon ausgehen, dass die andere Person alles übernimmt.
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Zur AktienanalyseDie Soziologin Jess Carbino, die für die Dating-Apps Tinder und Bumble tätig war, erklärte gegenüber CNBC, dass wirtschaftliche Unsicherheit Menschen zu traditionelleren Erwartungen bewegen kann. Soziale Medien verstärken diese Dynamik laut Expertin Romanoff zusätzlich, indem sie Männern und Frauen unterschiedliche Narrative über Dating und Geld vermitteln. Einigen Frauen werde geraten, nur teure erste Dates als Beweis für Wertschätzung zu akzeptieren – während einigen Männern empfohlen werde, überhaupt kein Geld für Dates auszugeben.
Für deutsche Leser ist das Phänomen zwar in US-Dollar beziffert, doch die zugrundeliegenden Trends – steigende Lebenshaltungskosten, veränderte Erwartungen und der Einfluss sozialer Medien auf Beziehungen – sind auch hierzulande ein bekanntes Thema. Die BMO-Studie liefert damit einen seltenen, datengestützten Blick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Inflation auf das Privatleben.


