Dangote-Raffinerie plant Verdopplung auf 1,4 Millionen Barrel täglich
Nigerias Dangote-Raffinerie will ihre Kapazität bis 2028 verdoppeln und sieht sich als globaler Kerosin-Exporteur.

Die nigerianische Dangote-Ölraffinerie hat ehrgeizige Expansionspläne angekündigt: Bis Ende 2028 soll die Verarbeitungskapazität auf 1,4 Millionen Barrel pro Tag (bpd) verdoppelt werden. CEO David Bird machte diese Ankündigung am Dienstag auf der S&P Global Energy Middle East Petroleum and Gas Conference in London. Derzeit verarbeitet die Anlage 650.000 Barrel pro Tag und läuft damit unter voller Nennkapazität.
Für die geplante Erweiterung hat das Unternehmen bereits Komponenten mit langen Lieferzeiten erworben und vergibt aktuell Bauaufträge. Bird beschrieb das Projekt als „schonungslose Replikation" der bestehenden Anlage. Die Erweiterung soll die Kapazität um 700.000 bpd an vollkomplexer Raffinerieleistung erhöhen – ein technisch anspruchsvoller Ausbau, der die Raffinerie zu einer der größten der Welt machen würde.
Kerosin-Überschuss als globale Chance
Die Raffinerie verfügt derzeit über einen erheblichen Überschuss an Kerosin, der für den weltweiten Export bestimmt ist. Hintergrund ist die vergleichsweise geringe Kerosin-Nachfrage auf dem afrikanischen Kontinent, die hinter anderen Regionen der Welt zurückbleibt. „Wir sind sehr dankbar dafür, als verlässlicher und qualitativ hochwertiger Lieferant wahrgenommen zu werden, der seine Produkte weltweit zu wettbewerbsfähigen Preisen liefern kann", sagte Bird.
Kerosin gehört zu den Kraftstoffen, die durch den Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus besonders stark betroffen sind. Diese geopolitische Lage hat für Raffinerien außerhalb der Golfregion neue Marktchancen eröffnet – und Dangote profitiert als Anlage auf dem afrikanischen Kontinent von dieser Situation. Die Raffinerie positioniert sich damit als Alternative zu Lieferanten aus dem Nahen Osten.
Nigeria: Vom Kraftstoffmangel zum Überfluss
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Zur AktienanalyseSeit der Inbetriebnahme der Dangote-Raffinerie hat sich Nigeria nach Angaben von Bird grundlegend verändert: Das Land hat sich von einer chronischen Kraftstoffknappheit hin zu einem Kraftstoffüberfluss entwickelt. Dies ist eine bemerkenswerte Wende für ein Land, das trotz seiner bedeutenden Ölvorkommen jahrzehntelang auf Kraftstoffimporte angewiesen war.
Darüber hinaus plant die Dangote-Gruppe eine weitere Raffinerie in Ostafrika. Sollte dieses Projekt realisiert werden, könnte die Gesamtkapazität der Gruppe auf 2,1 Millionen Barrel pro Tag steigen. Bird zufolge würde dies das Unternehmen als wichtigen Akteur in den globalen Strömen von Rohöl und raffinierten Produkten etablieren – mit weitreichenden Folgen für die Energieversorgung des afrikanischen Kontinents und darüber hinaus.


