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Cyclospora-Ausbruch erschüttert Salatmarkt in den USA nachhaltig

Nach dem Cyclospora-Ausbruch in 15 US-Bundesstaaten kämpfen Einzelhändler und Restaurantketten mit massiven Umsatzeinbußen.

Cyclospora-Ausbruch erschüttert Salatmarkt in den USA nachhaltig

Die Gesundheitsbehörden in Michigan haben die Warnung vor dem Kauf von Kopfsalat offiziell aufgehoben – doch das Vertrauen der Verbraucher ist noch lange nicht wiederhergestellt. Der Cyclospora-Ausbruch, der sich auf 15 US-Bundesstaaten ausgeweitet hat, trifft Michigan am härtesten: Mehr als 12.000 Fälle wurden dort gemeldet, darunter zwei Todesfälle. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Ausbruch auf Eisbergsalat aus Betrieben von Taylor Farms in Zentralmexiko zurückgeführt.

Der Parasit Cyclospora kann Durchfall, Übelkeit und andere Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Die Folgen für den Lebensmittelhandel sind erheblich: Der Absatz von frischem Kopfsalat in den USA sank in der Woche bis zum 18. Juli um 9% im Vergleich zur Vorwoche, wie das Marktforschungsunternehmen NielsenIQ ermittelte. Das Vertrauen der Verbraucher in frisches Obst und Gemüse ist dabei weit über die zurückgerufenen Produkte hinaus erschüttert worden.

Einzelhändler berichten von anhaltender Kaufzurückhaltung

Angie Bussinger, Inhaberin des Sunrise Market im michiganschen Au Gres, berichtet, dass sich die Salatverkäufe trotz der staatlichen Entwarnung noch nicht erholt haben. „Selbst ich als Ladenbesitzerin wusste das nicht, daher bezweifle ich, dass die Kunden es schon mitbekommen haben", sagte die 43-Jährige. Sie rechnet mit mindestens zwei weiteren Wochen der Verunsicherung und einem Rückgang der monatlichen Gemüseverkäufe um 1% bis 2%.

Besonders bemerkenswert: Nicht nur Salat und Blattgemüse sind betroffen. Bussinger berichtet, dass auch die Verkäufe von Himbeeren, Blaubeeren und Erdbeeren im Juli zurückgingen – weil Käufer aufgrund von Online-Gerüchten und Unklarheiten über das Ausmaß der Kontamination befürchteten, dass auch weiteres Obst ein Risiko darstellen könnte. Vorerst lässt sie die Regale für Kopfsalat und Salatmischungen fast vollständig leer. „Ich möchte nicht wie Taco Bell enden", sagte sie.

Der Verweis auf Taco Bell ist dabei alles andere als zufällig: Die Kundenfrequenz in den US-Filialen der Kette, einer Tochtergesellschaft von Yum Brands, lag am Samstag, dem 1. August, um mehr als 11% unter dem Vorjahreszeitraum, so der Marktforscher Placer.ai. Auch die Salatkette Sweetgreen gab bekannt, für das Jahr mit einem Rückgang des flächenbereinigten Umsatzes um 7% bis 8% zu rechnen – und begründete dies direkt mit dem Ausbruch.

Reaktionen fallen je nach Region und Anbieter unterschiedlich aus

Nicht überall herrscht Panik. Bei Steve's Country Market in Harrison, Michigan, blieben die Verkäufe von Römersalat und anderen Salatsorten laut Nachtleiterin Tammy Hayes relativ stabil. „Diese Ausbrüche kommen und gehen wie das Wetter. Man wird immun dagegen", sagte die 61-Jährige. In Wisconsin, wo deutlich weniger Cyclospora-Fälle gemeldet wurden, begann die regionale Supermarktkette Woodman's Markets sogar damit, Produkte von Taylor Farms zu rabattieren. Eine Kassiererin berichtete, dass etwa 30% der Einkaufswagen, die sie bearbeitet, Taylor-Farms-Produkte enthalten – und dass die meisten Kunden eher den Preisnachlass nutzen, als sich von den Gesundheitsbedenken abschrecken zu lassen.

Klare Gewinner des Ausbruchs sind hingegen lokale Anbieter und Bauernmärkte. Am Union Square Farmers Market in New York City berichteten mehrere Verkäufer von gestiegenen Umsätzen. „Im Moment scheinen die Menschen lokal angebaute Lebensmittel zu bevorzugen", sagte Samer Saleh, Betreiber eines Standes für Halal Pastures. Darlene Wolnik, Programmdirektorin der gemeinnützigen Farmers Market Coalition, berichtete, dass Marktbetreiber ihr von Umsatzsteigerungen zwischen 15% und 30% berichtet hätten.

Auch der Argus Farm Stop in Ann Arbor, Michigan, der direkt von umliegenden Höfen beliefert wird, spürt den Aufschwung. „Der Salat fliegt förmlich aus den Regalen", sagte Marketingmanager Alex Blume. Die lokalen Landwirte beeilen sich demnach, mit der gestiegenen Nachfrage Schritt zu halten. Der Ausbruch zeigt damit einmal mehr, wie schnell Lebensmittelskandale das Konsumverhalten verschieben können – und welche Anbieter davon profitieren.

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