Cyberangriff auf Öko-Investor Thomas Lloyd
Hacker veröffentlichen sensible Daten Zehntausender Investoren und Geschäftspartner im Darknet

Der Öko-Investor Thomas Lloyd ist Opfer eines massiven Cyberangriffs geworden. Hacker der Gruppe „Cactus“ haben 2,4 Terabyte an Daten im Darknet veröffentlicht. Diese Daten umfassen Informationen von Zehntausenden Investoren, darunter persönliche Angaben wie Adressen, Kontodaten und Verträge. Auch interne Dokumente der Firma, wie Schriftverkehr mit Behörden, Gehälter der Mitarbeiter sowie Gesundheitsdaten, sollen betroffen sein. Trotz dieser Veröffentlichung betonte der Europachef von Thomas Lloyd, Matthias Klein, dass es sich um einen „lokal begrenzten Vorfall“ handle und dass keine unbefugten Zugriffe mehr auf die Systeme stattfänden.
Die veröffentlichten Daten deuten darauf hin, dass sich die Hacker umfassend durch die Server und Rechner des Unternehmens bewegt haben. Ordner mit Bezeichnungen wie „Finanzen“, „Controlling“ und „Personalabteilung“ seien einsehbar gewesen, ebenso wie Daten von Biomassekraftwerken auf den Philippinen, wo Thomas Lloyd Investitionen getätigt hat. Sicherheitsexperten bewerten solche Angriffe als äußerst kritisch.
Klein äußerte, dass den Kunden und dem Unternehmen kein finanzieller Schaden entstanden sei und die Systeme weiter funktionierten. Bereits vor vier Wochen hatten die Hacker mit der Veröffentlichung der Daten gedroht, aber Klein dementierte damals, dass es einen solchen Angriff gegeben habe. Er erklärte, dass Thomas Lloyd nicht erpresst worden sei. Trotzdem wurden im Darknet private Fotos von Mitarbeitern und hochsensible Dokumente wie Personalausweise und Arbeitsverträge veröffentlicht. Die Dokumente wirken authentisch und könnten für kriminelle Zwecke, wie Identitätsdiebstahl, verwendet werden.
Der Angriff betrifft nicht nur die Daten von Kunden, sondern auch Geschäftspartner von Thomas Lloyd, darunter die Baader Bank und die Wirtschaftsprüfer von Forvis Mazars. Laut europäischen Datenschutzgesetzen müssen Firmen solche Vorfälle binnen 72 Stunden melden. Die Datenschutzbehörde in Niedersachsen wurde jedoch offenbar nicht rechtzeitig informiert. Diese hat dennoch ein Prüfverfahren eingeleitet.
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Zur AktienanalyseEs ist nicht der erste Cyberangriff auf Thomas Lloyd. Bereits 2023 wurde das Unternehmen Ziel eines Hackerangriffs, bei dem ebenfalls Daten kompromittiert wurden. Damals entschied das Unternehmen, den Vorfall nicht den Behörden zu melden, da man keinen Datenabfluss feststellen konnte. Auch jetzt bleibt das Unternehmen dabei, dass die IT-Infrastruktur umfassend gesichert sei und dass keine weiteren Sicherheitslücken bestehen.


