Cyberangriff auf DG Immobilien Management
Zehntausende Kundendaten betroffen, Anleger vor Betrugsversuchen gewarnt

Die genossenschaftliche Firma DG Immobilien, die zu den Volks- und Raiffeisenbanken gehört, ist Ziel eines Cyberangriffs geworden. Hacker haben möglicherweise Daten von mehreren zehntausend Kundinnen und Kunden erbeutet. Die DZ Bank, das Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken, gab bekannt, dass sie derzeit daran arbeitet, ein klares Bild darüber zu bekommen, ob und welche Daten abgeflossen sind. Zuvor hatte die "Rheinische Post" berichtet, dass DG Immobilien ihre Kunden über den Angriff informiert hatte.
In einer Mitteilung der Firma hieß es, dass neben Adressdaten auch Geburtsdaten, Anlagebeträge, Kontendaten, Steuernummern, Mitteilungen der Finanzämter sowie Schriftwechsel und Nachweisdokumente betroffen sein könnten. Die betroffenen Anleger wurden vor möglichen Betrugsversuchen gewarnt, bei denen Betrüger diese Daten nutzen könnten, um sich Zugangsdaten zu erschleichen.
Die DG Immobilien bietet geschlossene Immobilienfonds, auch "Alternative Investment Fonds" genannt, an. Im Gegensatz zu offenen Immobilienfonds wird bei geschlossenen Fonds eine Gesellschaft gegründet, die in der Regel nur eine einzige Immobilie erwirbt und diese über einen längeren Zeitraum hält. Die DZ Bank hält gut fünf Prozent an der DG Immobilien, während der Großteil der Anteile bei der BAG liegt, die ebenfalls den Volks- und Raiffeisenbanken gehört und als Abwicklungsbank tätig ist.
Die DZ Bank erklärte weiter, dass es noch nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden könne, ob und in welchem Umfang personenbezogene Daten der Anleger betroffen sind. Der Vorfall wird von zwei spezialisierten forensischen Unternehmen untersucht. Zudem wurden Strafverfolgungsbehörden und die Datenschutzaufsicht eingeschaltet.
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Zur AktienanalyseDie Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits zu Jahresbeginn vor der wachsenden Gefahr von Cyberangriffen gewarnt und testet die Banken nun auch verstärkt daraufhin. Hackerangriffe nehmen generell zu, insbesondere in der Finanzbranche. Anfang Juni war ein Angriff auf die CDU bekannt geworden, bei dem auch Daten des Parteivorsitzenden Friedrich Merz betroffen waren. Die Attacken haben teils gravierende Folgen für die betroffenen Unternehmen. So lag die Produktion des Batterieherstellers Varta nach einem Cyberangriff im Februar mehrere Wochen lahm.


