CVC und GBL bieten 12 Milliarden Dollar für Recordati
Die Investmentgesellschaften unterbreiten ein freiwilliges Barübernahmeangebot für den italienischen Pharmahersteller – mit 13 Prozent Aufschlag.

CVC Capital Partners und die Groupe Bruxelles Lambert (GBL) haben ein gemeinsames Übernahmeangebot für den italienischen Arzneimittelhersteller Recordati SpA abgegeben. Die Transaktion bewertet das Unternehmen mit mehr als 12 Milliarden US-Dollar und zählt damit zu den größten Deals im europäischen Gesundheitssektor in diesem Jahr.
Die beiden Investmentgesellschaften unterbreiteten ein freiwilliges Barübernahmeangebot in Höhe von 51,29 Euro (umgerechnet rund 59,55 US-Dollar) je Aktie. Dies geht aus einer gemeinsamen Mitteilung hervor, die am Freitag über das Bloomberg Terminal veröffentlicht wurde.
Aufschlag von 13 Prozent auf den Schlusskurs
Der gebotene Preis entspricht einem Aufschlag von rund 13 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Recordati-Aktie vom 25. März. Zu diesem Datum hatte CVC dem Board des Unternehmens bereits eine unverbindliche Interessensbekundung übermittelt – ein in solchen Transaktionen üblicher erster Schritt vor einem formellen Angebot.
Recordati ist ein bedeutender Akteur im europäischen Pharmasektor mit Sitz in Mailand. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und Vermarktung von Arzneimitteln spezialisiert und an der Mailänder Börse notiert. Eine Übernahme in dieser Größenordnung würde das Unternehmen aus dem öffentlichen Kapitalmarkt herauslösen und in private Hände überführen.
Bedeutende Transaktion für den europäischen Gesundheitssektor
CVC Capital Partners ist einer der weltweit größten Private-Equity-Investoren und seit seinem Börsengang an der Amsterdamer Euronext gelistet. Die Groupe Bruxelles Lambert ist eine belgische Investmentholding mit langjähriger Erfahrung in Beteiligungen an europäischen Großunternehmen. Gemeinsam bringen beide Gesellschaften erhebliche finanzielle Ressourcen und strategische Expertise in die geplante Transaktion ein.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist der Deal aus mehreren Gründen relevant: Zum einen unterstreicht er das anhaltend hohe Interesse von Private-Equity-Investoren am europäischen Pharmamarkt. Zum anderen zeigt die Transaktion, dass Übernahmen im Gesundheitssektor trotz eines herausfordernden Zinsumfelds weiterhin in großem Maßstab stattfinden. Deals dieser Größenordnung gelten als Indikator für das Vertrauen institutioneller Investoren in die langfristige Wertentwicklung des Sektors.
Ob das Angebot von den Recordati-Aktionären angenommen wird, bleibt abzuwarten. Bei einem freiwilligen Barübernahmeangebot liegt die Entscheidung letztlich bei den Anteilseignern des Zielunternehmens. Der gebotene Aufschlag von 13 Prozent soll dabei einen Anreiz zur Andienung der Aktien schaffen.


