Currys-Aktie zu günstig bewertet – JD Sports vor Erholung
Analysten sehen bei Currys trotz verhaltener Kursreaktion erhebliches Aufwärtspotenzial – und auch JD Sports überzeugt mit niedrigem Bewertungs-Multiple.

Der britische Elektroeinzelhändler Currys (LSE: CURY) hat starke Jahreszahlen vorgelegt und gleichzeitig eine Dividendenerhöhung angekündigt. Der bereinigte Gewinn stieg im Geschäftsjahr bis zum 2. Mai um 18% auf 191 Millionen Pfund. Trotz einer verhaltenen Kursreaktion – die Aktie gab am Ergebnistag auf 156 Pence nach – sehen Analysten die Aktie als klar unterbewertet an.
Scheidender CEO Alex Baldock, der nach acht Jahren an der Spitze von Currys zu Boots wechselt, erklärte, der Einzelhändler entwickle sich „in jeder wichtigen Dimension in die richtige Richtung". Sein Nachfolger Fredrik Tønnesen wurde bereits im vergangenen Monat ernannt – er hatte sich zuvor durch die erfolgreiche Sanierung des Nordics-Geschäfts empfohlen, das rund 40% des Gesamtumsatzes ausmacht.
Dividende verdoppelt, Aktienrückkauf angekündigt
Currys kehrt mit Nachdruck zur Aktionärsvergütung zurück: Das Unternehmen verdoppelt die Ausschüttung für 2025-26 auf 3 Pence pro Aktie – besser als von Analysten erwartet. Am 25. September sollen 2,25 Pence pro Aktie ausgezahlt werden. Die Dividende entspricht einer 4,5-fachen Gewinnabdeckung, die der Vorstand im kommenden Jahr auf etwa das Vierfache senken will.
Zusätzlich kündigte Currys einen weiteren Aktienrückkauf im Wert von 50 Millionen Pfund an. Möglich macht dies eine deutlich verbesserte Cashgenerierung: Die Barmittel zum Jahresende belaufen sich auf 176 Millionen Pfund, was einer Reduzierung der Gesamtverschuldung um über 900 Millionen Pfund seit 2019 entspricht. Die Aktien haben sich seit Anfang 2024 – als sie noch bei 47 Pence notierten – mehr als verdreifacht.
Das operative Geschäft zeigt ebenfalls Stärke: Die margenstärkeren wiederkehrenden Dienstleistungsumsätze in Großbritannien und Irland wuchsen um 7% auf 648 Millionen Pfund. Das Business-to-Business-Segment legte um 20% zu, und die Abonnentenzahl des Mobilfunkanbieters iD Mobile stieg um 18% auf 2,6 Millionen.
Analysten sehen Kursziele weit über aktuellem Niveau
Die Stadtbank Berenberg hob ihre Dividendenprognosen um 30% an und begründete dies mit deutlich niedrigeren Pensionszahlungen und Sonderkosten, die zu einer wesentlichen Steigerung des freien Cashflows führen sollen. Mit einem Kursziel von 210 Pence bezeichnete Berenberg die aktuelle Bewertung – rund das Zwölffache der prognostizierten Gewinne – als „zu günstig" angesichts der „anhaltenden Dynamik und der vor uns liegenden Wachstumschancen".
Peel Hunt behielt sein Kursziel von 182 Pence bei, hob jedoch die Schätzung für den bereinigten Gewinn im laufenden Jahr um 3% auf 205 Millionen Pfund an. Das Analysehaus sieht zudem Spielraum für einen weiteren Aktienrückkauf von 50 Millionen Pfund, sofern das Weihnachtsgeschäft erfolgreich verläuft. Berenberg kommentierte: „Dies schafft einen sehr positiven Ausblick, der den Zyklus der Gewinnhochstufungen noch einige Zeit verlängern kann."
JD Sports: Niedriges Bewertungs-Multiple als Chance
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Zur AktienanalyseWährend Currys glänzt, kämpft JD Sports Fashion (LSE: JD.) noch mit Gegenwind: Die Aktie ist im vergangenen Jahr um 7% auf 83,3 Pence gefallen. Allerdings hat sich der Kurs bereits von seinem Tief bei 65,3 Pence Anfang Mai erholt. Mit einem Bewertungs-Multiple vom lediglich Siebenfachen der prognostizierten Gewinne gilt JD Sports als günstig bewertet.
Berenberg bekräftigte diese Woche die Einstufung „Buy" mit einem Kursziel von 155 Pence und verwies auf mittelfristiges Erholungspotenzial durch Selbsthilfemaßnahmen. Dazu zählen eine diversifiziertere Produktpalette, Filialoptimierung sowie Investitionen in den Online-Kanal. Zudem sei das Unternehmen sehr cashgenerativ: Ein rollierender Aktienrückkauf von 200 Millionen Pfund entspricht rund 5% der Marktkapitalisierung.
Die jüngsten Probleme von JD Sports seien laut Berenberg zu einem großen Teil extern bedingt. Sie spiegeln eine Verlangsamung des Sportbekleidungsmarktes, den Druck auf das verfügbare Einkommen junger Kunden sowie einen Verlust an Markenattraktivität bei Nike wider. Diese Faktoren wurden durch Ablenkungen durch M&A-Aktivitäten und langsame Investitionen in Technologie und Online verstärkt. Die grundlegende Branchenstruktur habe sich jedoch nicht verändert: Sportartikelmarken verlassen sich bei über 60% ihres Umsatzes auf den Großhandelsvertrieb.


