CSL-Aktie stürzt nach CEO-Wechsel und Gewinneinbruch auf Achtjahrestief
Australischer Biotech-Konzern verliert 17 Prozent an Wert – Nettogewinn bricht um 81 Prozent ein

Die Aktien des australischen Biotechnologie-Konzerns CSL sind am Mittwoch massiv unter Druck geraten und auf den tiefsten Stand seit Februar 2018 gefallen. Der Kurs brach um 17 Prozent auf 151,30 Australische Dollar ein, nachdem das Unternehmen den überraschenden Abgang von CEO Paul McKenzie sowie enttäuschende Halbjahreszahlen bekannt gegeben hatte.
Das langjährige Vorstandsmitglied Gordon Naylor übernimmt mit sofortiger Wirkung die Position des Interims-CEO. Der 33-jährige Unternehmens-Veteran soll das Unternehmen führen, bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist. Die plötzliche Führungswechsel verschärft die Unsicherheit der Investoren zusätzlich.
Der Nettogewinn nach Steuern stürzte in den sechs Monaten bis Dezember um dramatische 81 Prozent auf nur noch 401 Millionen US-Dollar ab. Als Hauptgründe nannte CSL einmalige Restrukturierungskosten und Wertminderungen. Auch der Umsatz entwickelte sich rückläufig und sank um 4 Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar.
Grippeimpfstoff-Markt unter Druck
Besonders betroffen ist CSL vom schrumpfenden Markt für saisonale Grippeimpfstoffe in den USA. Das Unternehmen, einer der weltweit größten Hersteller von Influenza-Vakzinen, rechnet mit einem Marktvolumen-Rückgang von 6 bis 8 Prozent aufgrund sinkender Impfquoten. Zudem belasten Änderungen in der Regierungspolitik das Geschäft, wobei CSL hierzu keine detaillierten Angaben machte.
Trotz der schwachen ersten Jahreshälfte hält CSL an seiner Gesamtjahresprognose fest. Das Management erwartet eine deutliche Verbesserung im zweiten Halbjahr und prognostiziert weiterhin ein moderates Umsatz- und Gewinnwachstum für das Gesamtjahr. Als Zeichen des Vertrauens weitete der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm um 250 Millionen auf 750 Millionen Dollar aus.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseSchwieriges Börsenjahr für CSL
Die Marktkapitalisierung des in Melbourne ansässigen Konzerns belief sich zum Dienstag auf 58,9 Milliarden Dollar. CSL ist weltweit tätig und unterhält bedeutende Standorte in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien. Die Aktie hat im vergangenen Jahr bereits rund 39 Prozent an Wert verloren und zählt damit zu den schwächsten Titeln im australischen Leitindex.


