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CSG-Börsengang: 25 Mrd. Euro Bewertung für Rheinmetall-Rivalen

Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group strebt mit seinem IPO in Amsterdam eine Marktkapitalisierung von 25 Milliarden Euro an. Damit würde CSG zum größten Börsengang der europäischen Verteidigungsbranche.

CSG-Börsengang: 25 Mrd. Euro Bewertung für Rheinmetall-Rivalen

Die Czechoslovak Group (CSG) plant für Freitag einen spektakulären Börsengang an der Amsterdamer Börse. Der tschechische Rüstungskonzern strebt eine Bewertung von 25 Milliarden Euro an und will durch die Platzierung von bis zu 15,2 Prozent der Anteile rund 3,8 Milliarden Euro einnehmen. Der Ausgabepreis wurde auf 25 Euro je Aktie festgelegt.

Rasantes Wachstum durch Ukraine-Krieg

CSG zählt zu den am schnellsten wachsenden Rüstungskonzernen Europas. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine profitiert kaum ein anderes Unternehmen so stark von der gestiegenen Nachfrage nach Verteidigungsgütern. Für 2025 erwartet der Konzern einen Umsatz von über 6,4 Milliarden Euro, wobei in den ersten neun Monaten bereits 4,49 Milliarden Euro erlöst wurden – etwa ein Viertel davon mit der Ukraine.

Vom Ersatzteilhändler zum Rüstungsriesen

Die Erfolgsgeschichte begann in den 1990er-Jahren. Jaroslav Strnad, Vater des heutigen Eigentümers Michael Strnad, handelte zunächst mit ausgemustertem sowjetischen Militärgerät und verkaufte Ersatzteile der tschechischen Armee ins Ausland. Daraus entstand 1995 Excalibur Army, der Kern der heutigen Holding. Heute beschäftigt CSG weltweit über 14.000 Mitarbeiter und betreibt 39 Fertigungsstätten, davon 37 in NATO-Mitgliedstaaten.

Aggressive Expansionsstrategie

Durch gezielte Übernahmen wuchs CSG kontinuierlich. Ein wichtiger Meilenstein war die Akquisition der US-amerikanischen Kinetic Group mit den renommierten Marken Remington und Federal. Unternehmenschef Michael Strnad, der zweitreichste Mann Tschechiens mit einem geschätzten Vermögen von 14,6 Milliarden Dollar, kündigte weitere Zukäufe an: "Ich möchte CSG zum größten Rüstungskonzern Europas machen, der vollständig vertikal in globale Märkte integriert ist."

Institutionelle Investoren zeigen starkes Interesse

Die Nachfrage nach den CSG-Aktien übersteigt bereits das Angebot, wie Insider aus den begleitenden Banken berichten. Es wäre der größte Börsengang in Amsterdam seit 2006. Drei bedeutende institutionelle Investoren haben sich bereits verpflichtet: BlackRock, Artisan Partners und Qatar Investment sagten gemeinsam Investitionen von 900 Millionen Euro zu.

Verwendung der IPO-Erlöse

Von den 3,8 Milliarden Euro Gesamterlös fließen knapp drei Milliarden Euro netto an Eigentümer Strnad, dessen Anteil nach dem Börsengang auf 85 Prozent sinkt. CSG selbst stehen rund 724 Millionen Euro zur Verfügung – für allgemeine Unternehmenszwecke, weitere Expansion und die Stärkung der internationalen Position.

Ambitionierte Zukunftspläne

Für das laufende Jahr 2026 rechnet CSG mit einem Umsatz zwischen 7,4 und 7,6 Milliarden Euro. Ab 2027 plant der Konzern, 30 bis 40 Prozent des Nettogewinns als Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Strnad prüft derzeit eine "Vielzahl möglicher Akquisitionen" für weiteres Wachstum.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Neben CSG plant auch der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS in diesem Jahr den Gang an die Börse. Der bedeutende Leopard-2-Hersteller strebt eine Notierung in Paris und Frankfurt mit einer Bewertung von rund 20 Milliarden Euro an. KNDS-Chef Jean-Paul Alary betonte: "Ein IPO würde uns neue Handlungsspielräume eröffnen." Die erhofften Einnahmen sollen Investitionen in Kapazitäten, Technologie und Innovation ermöglichen.

Marktausblick

Der Rüstungssektor erlebt derzeit eine Renaissance an den Kapitalmärkten. Die geopolitischen Spannungen und die Aufrüstungspläne europäischer Staaten sorgen für anhaltend hohe Nachfrage. Analysten erwarten, dass 2026 ein Rekordjahr für Börsengänge in der Verteidigungsbranche werden könnte.

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