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CRU: Aluminiumpreise steigen wegen Iran-Krieg über 4.000 Dollar

Das Beratungsunternehmen CRU erwartet ein globales Marktdefizit von 1,4 Millionen Tonnen und Preise über 4.000 Dollar pro Tonne.

CRU: Aluminiumpreise steigen wegen Iran-Krieg über 4.000 Dollar

Die Aluminiumpreise werden voraussichtlich zwischen dem dritten Quartal 2026 und dem zweiten Quartal 2027 die Marke von 4.000 US-Dollar pro Tonne überschreiten. Das prognostiziert das Beratungsunternehmen CRU, dessen Analyst Paul Williams, Leiter der Aluminium-Wertschöpfungskette, diese Einschätzung auf der World Aluminium Conference in London vorstellte. Haupttreiber ist ein erhebliches Marktdefizit, das durch den Iran-Krieg verursacht wird.

Die Aluminiumpreise an der London Metal Exchange (LME) sind im bisherigen Jahresverlauf bereits um 18 Prozent gestiegen. Der Nahostkonflikt beeinträchtigt sowohl die Metallexporte der Produzenten in der Golfregion als auch deren Rohstoffimporte. Ende März wurden zudem zwei Schmelzhütten in der Region von iranischen Angriffen getroffen.

Naher Osten liefert rund 9 Prozent des weltweiten Aluminiums

Der Nahe Osten spielt eine bedeutende Rolle im globalen Aluminiummarkt. Die Region stellt normalerweise etwa 9 Prozent des weltweiten Angebots an Aluminium bereit – einem Metall, das in den Bereichen Transport, Bauwesen und Verpackung breite Verwendung findet. Durch den Konflikt wird die Produktion in der Golfregion laut CRU im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Viertel sinken.

CRU prognostiziert für dieses Jahr ein weltweites Defizit am Aluminiummarkt von 1,4 Millionen Tonnen. „Wir haben solche Defizite am Markt schon früher erlebt... aber dieses Mal wird es weitaus schwieriger sein", erklärte Williams auf der Konferenz. Diese Einschätzung unterstreicht die Besorgnis der Branche über die Versorgungssicherheit bei dem wichtigen Industriemetall.

Konkrete Preisprognosen bis 2027

Laut der Präsentation von Paul Williams erwartet CRU, dass die Aluminiumpreise im dritten Quartal 2026 auf 4.020 US-Dollar pro Tonne steigen werden. Den Höchststand sieht das Beratungsunternehmen im zweiten Quartal 2027 bei 4.105 US-Dollar pro Tonne.

Zum Vergleich: Am Dienstag notierten die Aluminiumpreise an der LME zuletzt bei 3.559 US-Dollar pro Tonne. Mitte April hatte das Metall noch ein Vierjahreshoch von 3.672 US-Dollar erreicht. Das bisherige Allzeithoch von 4.073,50 US-Dollar wurde am 7. März 2022 verzeichnet, als die Märkte mit den unmittelbaren Folgen der großangelegten russischen Invasion in der Ukraine konfrontiert waren.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen damit eine bemerkenswerte Parallele zur Situation von 2022: Geopolitische Konflikte mit direkten Auswirkungen auf wichtige Produktionsregionen treiben die Preise für das Industriemetall in die Höhe. Für deutsche Verarbeitungsbetriebe und Investoren, die Aluminium als Rohstoff oder Anlage im Blick haben, dürfte die CRU-Prognose ein wichtiges Signal für die mittelfristige Preis- und Beschaffungsplanung sein.

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