CrowdStrike-CEO: KI-Bedrohungen werden Rückenwind in kommenden Quartalen verstärken
George Kurtz erklärt, warum KI-Sicherheitsbedenken noch nicht im ersten Quartal spürbar wurden, aber künftig stärker wirken werden.

CrowdStrike-CEO George Kurtz hat Anleger zur Geduld gemahnt, die bereits im ersten Quartal einen deutlichen Ergebnisschub durch gestiegene KI-Sicherheitsbedenken erwartet hatten. In der CNBC-Sendung „Mad Money" erklärte Kurtz am Donnerstag, dass die Auswirkungen rund um Anthropics Mythos schlicht zu spät im Quartal bekannt wurden, um die Zahlen noch maßgeblich zu beeinflussen. „Wir sprechen hier davon, dass Mythos Mitte April bekannt wurde. Unser Quartal endet Ende April", so Kurtz. „Wir verkaufen Unternehmenssoftware und versenden nicht zwangsläufig Pakete. Daher dauert es seine Zeit, bis diese Dinge bei den Kunden ankommen."
CrowdStrike hatte am Mittwoch besser als erwartete Quartalsergebnisse gemeldet und gleichzeitig die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Dennoch reagierten die Märkte verhalten: Die Aktien fielen um 4%, da einige Investoren hinterfragten, warum die erhöhte Aufmerksamkeit rund um KI-Bedrohungen nicht zu einem stärkeren kurzfristigen Wachstumsimpuls geführt hatte. Kurtz betonte jedoch, dass die angehobene Jahresprognose die eigentlich wichtige Botschaft sei.
Prognoseanhebung als Vertrauenssignal
Das Unternehmen hob seinen Ausblick für den jährlich wiederkehrenden Nettoneuumsatz – den sogenannten Net New Annual Recurring Revenue – um mehr als 50 Millionen US-Dollar an. Dieser Wert gilt in der Softwarebranche als zentraler Indikator für die Wachstumsdynamik eines Unternehmens, da er zeigt, wie viel neues wiederkehrendes Geschäft in einem Zeitraum hinzugewonnen wurde. „Wir haben das Vertrauen, dies zu tun, weil wir die Chancen sehen, die vor uns liegen", sagte Kurtz. „Wir sehen, wonach die Kunden suchen, und das ist CrowdStrike."
Besonders deutlich zeigt sich das Wachstumspotenzial bei der „AI Detection and Response"-Plattform des Unternehmens. Die Pipeline für das zweite Quartal habe bereits die Marke von 50 Millionen US-Dollar überschritten – bei einem sequenziellen Wachstum von 250%. Diese Zahlen unterstreichen, wie stark die Nachfrage nach KI-spezifischen Sicherheitslösungen anzieht, während Unternehmen weltweit verstärkt auf künstliche Intelligenz setzen.
KI macht Angreifer gefährlicher – und CrowdStrike relevanter
Kurtz widersprach zudem der These, dass Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz den Bedarf an Cybersicherheitsanbietern langfristig verringern könnten. Im Gegenteil: Der CEO argumentierte, dass KI die Fähigkeiten von Angreifern erheblich steigere und damit den Bedarf an umfassenden Sicherheitsplattformen erhöhe. „KI hat dazu geführt, dass mehr Gegner mit größerer Raffinesse auftreten, weil sie die Modelle selbst nutzen", sagte Kurtz. „Das bedeutet weiteren Rückenwind für Unternehmen wie CrowdStrike."
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseFür deutsche Unternehmenskunden und Anleger ist diese Einschätzung besonders relevant: Auch hierzulande setzen Konzerne und Mittelständler zunehmend auf KI-gestützte Prozesse – und damit steigt gleichzeitig die Angriffsfläche für Cyberkriminelle. CrowdStrike positioniert sich als einer der führenden Anbieter, der genau diese Lücke schließen will. „Aus Gesprächen mit Kunden weiß ich, dass sie mehr KI einführen wollen", so Kurtz. „Wenn man mehr KI benötigt und mehr KI nutzen möchte, braucht man auch Sicherheit."
Die Botschaft des CrowdStrike-CEOs an die Märkte ist damit klar: Der Rückenwind durch KI-Sicherheitsbedenken ist real, aber er entfaltet seine volle Wirkung erst in den kommenden Quartalen. Anleger, die auf schnelle Ergebnisse gehofft hatten, müssen sich noch etwas gedulden – die strukturellen Wachstumstreiber seien jedoch intakt.


