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Crocs-Aktie stürzt nach Umsatzwarnung ab

Zölle und Konsumflaute setzen dem US-Schuhhersteller massiv zu

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Crocs-Aktie stürzt nach Umsatzwarnung ab

Die wirtschaftlichen Folgen der US-Handelspolitik treffen zunehmend auch heimische Unternehmen. Der US-Schuhhersteller Crocs, bekannt für seine Gummi-Clogs, hat nach der Vorlage seiner Quartalszahlen vor deutlichen Umsatzeinbußen gewarnt. Das Management rechnet in der laufenden Dreimonatsperiode mit einem Rückgang der Erlöse um neun bis elf Prozent. Für die zweite Jahreshälfte wird eine zusätzliche Belastung von rund 40 Millionen Dollar prognostiziert. An der Börse reagierten die Anleger schockiert: Die Aktie brach um nahezu 30 Prozent ein und vernichtete in kurzer Zeit einen erheblichen Teil des Unternehmenswerts.

Vorstandschef Andrew Rees erklärte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass die US-Konsumenten derzeit zurückhaltend bei Ausgaben für nicht zwingend notwendige Produkte seien. Diese Kaufzurückhaltung verschärft sich durch die Zölle, die die US-Regierung unter Präsident Donald Trump auf Importe erhebt. Knapp die Hälfte der Crocs-Produktion stammt aus Vietnam, für dessen Einfuhren aktuell ein Zollsatz von 20 Prozent gilt. Diese Abgaben schmälern die Gewinnmargen deutlich. Um die Profitabilität zu sichern, müsste der Konzern die Verkaufspreise erhöhen, was jedoch die Nachfrage zusätzlich bremsen könnte.

Neben Vietnam bezieht Crocs auch Ware aus China. Über die endgültige Höhe der Zölle auf diese Importe wird noch verhandelt. Die Unsicherheit über die künftige Preisgestaltung belastet nicht nur den Einzelhandel, sondern auch die Konsumstimmung insgesamt. Da der private Konsum etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmacht, könnte eine anhaltende Kaufzurückhaltung spürbare gesamtwirtschaftliche Auswirkungen haben. Rees warnte, dass steigende Preise infolge der Handelspolitik den Absatz weiter schwächen könnten.

Zusätzlich zu den handelspolitischen Herausforderungen sieht Crocs den Markt einem möglichen Trendwechsel ausgesetzt. Der Vorstandschef geht davon aus, dass klassische Sportschuhe in den kommenden Jahren an Beliebtheit gewinnen könnten – nicht zuletzt durch die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 und die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Dies könnte die Nachfrage nach den typischen Gummi-Clogs langfristig beeinträchtigen.

Trotz der schwierigen Aussichten verzeichnete Crocs im vergangenen Quartal noch einen Umsatzanstieg um 3,4 Prozent auf rund 1,15 Milliarden Dollar. Unter dem Strich stand jedoch ein Verlust von gut 492 Millionen Dollar, bedingt vor allem durch Abschreibungen auf den Markenwert der Tochter Heydude. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von knapp 229 Millionen Dollar ausgewiesen. Die deutliche Verschlechterung der Bilanz verdeutlicht, wie stark externe Faktoren wie Zölle und Markttrends den Geschäftserfolg beeinflussen können.

CrocsZölleHandelGeldpolitik

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