Critical Metals sichert 15-jährigen Abnahmevertrag für Seltene Erden
Die Nasdaq-notierte Critical Metals schließt mit REalloys eine wegweisende Liefervereinbarung für Seltenerdelement-Konzentrat aus Grönland.

Die an der Nasdaq notierte Critical Metals Corporation hat eine verbindliche Abnahmevereinbarung mit einer Laufzeit von 15 Jahren mit dem börsennotierten Unternehmen REalloys abgeschlossen. Gegenstand der Vereinbarung ist Seltenerdelement-Konzentrat aus dem Tanbreez-Projekt in Südgrönland. Der Deal markiert einen entscheidenden Meilenstein für die langfristige kommerzielle Entwicklung des Projekts.
Die Vereinbarung formalisiert eine bereits im Oktober 2025 unterzeichnete Absichtserklärung, die ursprünglich einen zehnjährigen Abnahmezeitraum vorsah. Die neue, bindende Vereinbarung geht darüber hinaus und enthält zusätzlich zwei Optionen zur Verlängerung um jeweils fünf Jahre. Damit sichern beide Unternehmen eine der bedeutendsten langfristigen Lieferverpflichtungen für schwere Seltene Erden in der westlichen Hemisphäre ab.
Fokus auf schwere Seltene Erden wie Dysprosium und Terbium
REalloys wird im Rahmen der Vereinbarung 15 Prozent der jährlichen Seltenerdkonzentrat-Produktion von Tanbreez abnehmen. Besonders hervorzuheben sind die Vorzugsrechte, die REalloys für Konzentratmengen mit erhöhten Konzentrationen an schweren Seltenen Erden wie Dysprosium und Terbium erhält. Diese Elemente sind für die Herstellung von Hochleistungsmagneten unverzichtbar und gelten als strategisch besonders kritisch.
Die Preisgestaltung erfolgt auf Element-für-Element-Basis und wird an internationale Benchmarks für Seltenerdoxide gekoppelt. Der Beginn der kommerziellen Lieferungen ist für die Zeit nach dem Produktionsstart in Tanbreez geplant. In enger Zusammenarbeit werden Critical Metals und REalloys nun metallurgische Prozesse optimieren, Produktspezifikationen verfeinern und effiziente Logistikwege etablieren, um das Tanbreez-Konzentrat in die Lieferketten für nachgelagerte Verarbeitung und Magnetherstellung zu integrieren.
Strategische Bedeutung vor dem Hintergrund von US-Beschaffungsregeln
Tony Sage, Vorsitzender von Critical Metals, betont die geopolitische Tragweite des Deals: „Angesichts der raschen Neuausrichtung der globalen Lieferketten positioniert diese Vereinbarung Critical Metals im Zentrum eines generationenübergreifenden Wandels hin zu sicheren, nicht-chinesischen Quellen für kritische Mineralien – insbesondere da im nächsten Jahr Beschaffungsbeschränkungen des US-Verteidigungsministeriums in Kraft treten, die den Ausschluss von Seltenerdmaterialien chinesischen Ursprungs vorschreiben."
Sage verweist zudem darauf, dass Critical Metals seinen Anteil am Tanbreez-Projekt Anfang des Monats auf 92,5 Prozent erhöht hat. In Kombination mit der starken staatlichen Unterstützung in Grönland und der neuen Abnahmevereinbarung sieht er das Unternehmen gut aufgestellt, um die schnell wachsende Nachfrage nach sicheren und regelkonformen Lieferketten zu bedienen.
Leonard Sternheim, CEO von REalloys, hebt die strategische Integration seines Unternehmens hervor: „In Kombination mit unserer Partnerschaft mit dem Saskatchewan Research Council, unserer Ressource am Hoidas Lake und unserer Metallisierungsplattform in Euclid, Ohio, verfügt REalloys nun über Rohstoffsicherheit, Verarbeitungskapazitäten und die nachgelagerte Fertigung unter einem integrierten Dach." Er ergänzt, dass dies genau das sei, was die USA benötigten, wenn die Beschaffungsbeschränkungen im Verteidigungsbereich im Jahr 2027 in Kraft träten.
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Zur AktienanalyseHintergrund: Seltene Erden als geopolitisches Schlüsselthema
Seltene Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen, die für zahlreiche Hochtechnologieanwendungen unverzichtbar sind – von Elektromotoren über Windkraftanlagen bis hin zu militärischen Systemen. China dominiert derzeit die globale Produktion und Verarbeitung dieser Rohstoffe mit einem Marktanteil von über 60 Prozent. Westliche Regierungen und Unternehmen bemühen sich intensiv, alternative Lieferketten aufzubauen, um die strategische Abhängigkeit zu reduzieren.
Das Tanbreez-Projekt in Südgrönland gilt als eines der größten bekannten Seltenerdevorkommen außerhalb Chinas. Mit dem nun formalisierten Abnahmevertrag zwischen Critical Metals und REalloys entsteht eine vollständig westlich kontrollierte Lieferkette – von der Förderung in Grönland über die Verarbeitung bis hin zur Magnetherstellung in den USA. Für deutsche und europäische Investoren, die das Thema kritische Rohstoffe im Blick haben, ist diese Entwicklung ein weiteres Signal für den strukturellen Wandel in der globalen Versorgungssicherheit.


