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Covestro und Adnoc: Stockende Übernahmegespräche

Preisverhandlungen und strategische Eigenständigkeit im Fokus

Covestro und Adnoc: Stockende Übernahmegespräche

In der Chemieindustrie zeichnet sich eine potenzielle Übernahme ab, die jedoch ins Stocken geraten ist. Der Ölkonzern Adnoc aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigt Interesse am deutschen Kunststoffhersteller Covestro, einem Unternehmen, das im DAX gelistet ist. Die Gespräche zwischen beiden Parteien, die seit dem Frühsommer 2023 laufen, haben bisher zu keinem Durchbruch geführt. Mehrere Insider berichten, dass die Verhandlungen schwierig verlaufen und eine offizielle Offerte von Adnoc aussteht.

Adnoc hatte sein Interesse an einer Übernahme von Covestro bereits im Frühsommer 2023 bekundet, woraufhin Covestro in "ergebnisoffene Gespräche" eintrat. Trotz eines verbesserten inoffiziellen Angebots von 60 Euro pro Aktie, das Adnoc im Dezember 2023 vorlegte, um Covestro zu einer tiefergehenden Prüfung zu bewegen, ist eine Einigung bisher ausgeblieben. Die Gespräche drehen sich unter anderem um Investitionszusagen über acht Milliarden Euro sowie um Standort- und Arbeitsplatzgarantien.

Die Verhandlungen werden als "eher lose" beschrieben, obwohl es weiterhin Treffen zwischen den Topmanagern beider Unternehmen gibt. Ein entscheidender Punkt für Covestro ist die Frage, ob das Unternehmen unter der Eigentümerschaft von Adnoc seine strategische Ausrichtung weitestgehend eigenständig fortsetzen kann. Adnoc hat zugesichert, Covestro eine gewisse Eigenständigkeit zu gewähren.

Trotz der zähen Verhandlungen und der bisher nicht erreichten Einigung auf eine Due Diligence, bei der Adnoc Einblick in den kompletten Datenraum von Covestro erhalten würde, ist ein Scheitern der Übernahmegespräche laut Insidern noch nicht besiegelt. Allerdings müsste Adnoc seine Preisvorstellung wohl noch einmal nachbessern, um Covestro zu einer offiziellen Verhandlung zu bewegen. In Finanzkreisen werden Preise von 63 Euro pro Aktie und mehr als notwendig erachtet, um einen Durchbruch zu erzielen.

Adnoc steht bei seinen Expansionsplänen nicht unter Zeitdruck. Der Konzern plant, 150 Milliarden Dollar zu investieren, um sein Geschäft mittel- bis langfristig über das Öl- und Gasgeschäft hinaus zu diversifizieren. Covestro, als führender Kunststoffhersteller mit einem Fokus auf erneuerbare Rohstoffe und kreislauffähige Kunststoffe, passt gut in die Strategie von Adnoc.

Die langwierigen und komplexen internen Abstimmungsprozesse bei Adnoc sowie die vorsichtige und langsame Herangehensweise arabischer Unternehmen an M&A-Projekte könnten Gründe für das langsame Vorankommen der Gespräche sein. Eine offizielle und bindende Offerte von Adnoc steht noch aus, und es bleibt abzuwarten, ob und wann eine Einigung erzielt werden kann.

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